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Paritätischer begrüßt Spahn-Pläne

Geldscheine
Budget, Geldscheine
Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet) Als ersten Schritt in die richtige Richtung begrüßt der Paritätische Gesamtverband die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Eigenanteile in der stationären Pflege künftig zu deckeln. Durch einen Deckel werde aus dem Blickwinkel dieses Verbandes sichergestellt, dass die Finanzierung künftiger Verbesserungen nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen geht. Aus Sicht des Verbandes müsste der Eigenanteil jedoch viel deutlicher begrenzt werden, um Pflegebedürftige wirksam vor Armut zu schützen.

Perspektivisch fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer einheitlichen solidarischen Vollkaskoversicherung.

„Der Vorstoß des Gesundheitsministers trifft den wunden Punkt der Pflegeversicherung und weist in die absolut richtige Richtung. Pflegebedürftigkeit darf nicht länger Armutsrisiko sein, die Eigenanteile müssen gedeckelt werden. Es kann nicht sein, dass Menschen fast ihr Leben lang in die Pflegekasse einzahlen und am Ende trotzdem in der Sozialhilfe und in Armut landen”, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Der Paritätische Gesamtverband betont gleichzeitig jedoch, dass eine Deckelung des Eigenanteils auf 700 Euro nicht ausreiche, zumal für die Betroffenen ja auch noch zusätzliche Kosten für Unterkunft und Verpflegung anfallen und auch noch Investitionskosten auf die Pflegebedürftigen umgelegt werden. Im Durchschnitt fallen gegenwärtig insgesamt rund 2000 Euro pro Monat für die Betreuung und Pflege in einem Heim an, die von den Pflegebedürftigen selbst getragen werden müssen. Die Rente reiche meist nicht, um die eigene Pflege zu finanzieren, warnt Schneider.

So liegt laut Deutscher Rentenversicherung die durchschnittliche Rente für Neurentnerinnen und Neurentner bei 918 Euro im Westen beziehungsweise bei 1065 Euro im Osten. Damit liegen die Neurenten deutlich unter den durchschnittlich anfallendem Eigenanteilen für einen Heimplatz. Ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen sei bereits heute auf Sozialhilfe angewiesen.

Der Paritätische fordert deshalb eine andere Haltelinie als Jens Spahn: 15 Prozent der pflegebedingten Kosten insgesamt seien das äußerste, was den Pflegebedürftigen an Eigenanteil zuzumuten sei. Perspektivisch sei nach Einschätzung des Paritätischen Gesamtverbandes die Einführung einer einheitlichen solidarischen Bürgerversicherung für alle anzustreben.

BERLIN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sahqx46

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