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Streiterin für vielfältige und bunte Gesellschaft wird 50

Kassandra Ruhm
Kassandra Ruhm
Foto: Kassandra Ruhm

Bremen (kobinet) Mit ihrer Posterreihe für Vielfalt und Inklusion unter dem Motto "bunt ist schöner" rückt Kassandra Ruhm sonst ganz unterschiedliche Menschen in den Vordergrund. Heute, an ihrem 50. Geburtstag, steht die engagierte und unermüdlich für eine bunte und vielfältige Gesellschaft streitende Bremerin aber selbst im Mittelpunkt des Geschehens. Auch wenn die Corona-Pandemie ihren ursprünglichen Feierplänen in die Quere gekommen ist, war Kassandra Ruhm gestern schon kräftig am Backen. Heute und in den nächsten Tagen wird sie das gelebte halbe Jahrhundert mit einzelnen Menschen und ganz unterschiedlichen Philadelphiakuchen begehen, wie kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul erfuhr.

Wer sich einen Eindruck über das Wirken, aber auch das auf Vielfalt und Selbstbewusstsein ausgerichtete Denken von Kassandra Ruhm verschaffen möchte, bekommt mit einem virtuellen Besuch ihrer Posterausstellung "bunt ist schöner" ein gutes Bild davon, was Kassandra Ruhm ausmacht und umtreibt.

Link zur Posterreihe von Kassandra Ruhm mit den Hinweisen zur Nutzung der Bilder und der Ausstellung

Auf die Welt gekommen ist Kassandra Ruhm am 15. September 1970. Mitte der 80er Jahre wurde sie Feministin und Linke. "Ich erkannte 'Normalität' und 'Funktionieren' nicht mehr als meinen Wertmaßstab an und versuchte, aus verschiedenen gesellschaftskritischen Blickwinkeln die Welt etwas schöner zu machen", schreibt sie auf ihrer Homepage über ihren Werdegang. Im 3. Semester ihres Psychologie-Studiums wurde Kassandra Ruhm aufgrund einer schweren Erkrankung "behindert". "Nach viel zu viel Ärger und Erschwernissen durch die Sozial-Behörden konnte ich einige Jahre später die Fortsetzung meines Studiums doch noch durchsetzen. Als ich mit Rollstuhl in die Welt zurück kam, aus der ich einige Zeit vorher herausgefallen war, war ich überrascht, wie seltsam sogenannte 'Nichtbehinderte' oft mit mir umgingen. Nach ein paar Monaten habe ich begonnen, Texte zu schreiben, Kurse zu geben und Vorträge zu halten, um gegen das Unwissen und gegen die (sicher oft unbeabsichtigte) Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen anzuschreiben", berichtet Kassandra Ruhm.

Später hat sie angefangen zu fotografieren, um dem gängigen Behindertenbild ein anderes, positiveres Behindertenbild entgegen zu setzen. Oder um einfach etwas Schönes zu machen. Nach Abschluss ihres Studiums hat Kassandra Ruhm in einem Frauentherapiezentrum gearbeitet. "Heute habe ich eine unbefristete Vollzeitstelle als Psychologin in einer Beratungsstelle. Meine jetzige Arbeit hat nicht speziell, sondern nur indirekt mit meinen 'Lieblingsthemen' Frauen, sexualisierte und andere Gewalt, lesbisch-schwule und andere alternative Lebensformen, Flucht und Migration oder mit Behinderung/Nichtbehinderung zu tun. Aber ich bin dort trotzdem sehr glücklich. Manchmal fehlt mir die Zeit als Vortragsreisende und Künstlerin. Aber man kann ja nicht alles Glück gleichzeitig haben", resümiert Kassandra Ruhm ihr Wirken.

Dass das Wirken der engagierten Bremerin für viele andere eine große Bedeutung hat, hat sich zuletzt beim Sommercamp für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen gezeigt. Aus ursprünglich einer virtuellen Führung durch ihre Posterreihe per Zoomkonferenz wurden am Ende vier Veranstaltungen, weil die Teilnehmer*innen jeweils so begeistert waren, dass weitere Termine vereinbart wurden. So erreichen Kassandra Ruhm heute sicherlich viele Glückwünsche zu ihrem Geburtstag, wie zum Beispiel von Martin Ladstätter von BIZEPS in Wien: "Kassandra, die rollende Kämpferin für Vielfalt aus dem hohen Norden, ist Vorbild für viele von uns - herzlichen Glückwunsch von uns."

Auch aus dem tiefen Bayern schickt der Inklusionsbotschafter Markus Ertl aus Lenggries über die kobinet-nachrichten ein Geburtstagsgruß an Kassandra Ruhm gen Norden: "Liebe Kassandra, dein Ruhm eilt dir voraus. Was du machst, finde ich wunderbar. Eine Freundin auf diese Distanz kennen zu lernen und eine Freundschaft zu pflegen, das schaffen wir beide sehr gut. Ich freue mich jedes Mal von deiner Erfahrung, deiner Lebenserfahrung und deiner Einstellung zur Inklusion ein Stück weit mitnehmen zu können. Ich freue mich, dass du heute deinen Geburtstag feierst, viel schöner ist jedoch, dass du vor 50 Jahren auf die Welt gekommen bist. Liebe Kassandra: alles liebe, alles gute, dein Markus." Diesen Glückwünschen schließt sich die kobinet-Redaktion vorbehaltlos an.

Bremen (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sefhnw5

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