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Gehörlosenbund bemängelt Filmförderungsgesetz

Logo des Deutschen Gehörlosen-Bundes - Buchstaben DGB und Name des Bundes im Kreis darum
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Foto: DGB

BERLIN (kobinet) Am 1. Januar 2020 soll eine Novellierung des Filmförderungsgesetzes in Kraft treten. Dem Deutschen Gehörlosen-Bund wurde im Juli 2020 der entsprechende Referentenentwurf mit Bitte um Stellungnahme vorgelegt. Der Gehörlosen-Bund verweist dabei auf wichtigen Verbesserungsbedarf.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund hatte bereits im Frühjahr 2019 in seiner Stellungnahme die Novellierung des Filmförderungsgesetzes bemängelt. Der Bund stellt nun fest, dass der von ihm damals angemerkte Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Untertitelqualität und die Verfügbarmachung nach wie vor besteht, denn an der ungenauen Formulierung in § 47 (Barriere- freie Fassung) hat sich nichts geändert. Dort heißt es weiterhin, dass barrierefreie Fassungen von Filmen „in geeigneter Weise und in angemessenem Maße“ zugänglich gemacht werden müssen. Gleiches gilt für § 134 und § 135, die sich auf die Förderung von Umbaumaßnahmen beziehen.

In der Praxis werden die barrierefreien Fassungen derzeit nur über Zusatz-Technik wie Apps angeboten. Das mag für manche Gehörlose und andere Menschen mit Hörbehinderungen eine „geeignete Weise“ sein, schließt jedoch alle Menschen aus, die kein Smartphone besitzen oder an der technischen Lösung keinen Gefallen finden.

Die einzige für alle Gehörlosen universell einsetzbare und angenehme Lösung sind offene Untertitel auf Leinwand, wie man sie von „OmU“(Original mit Untertiteln)-Vorstellungen kennt.

Diese offenen Untertitel müssen nach Auffassung des Gehörlosen-Bundes in einer barrierefreien Fassung, welche Geräuschbeschreibungen beinhalten, verbindlich festgeschrieben werden – zum Einen in der Produktion als freischaltbare Option digitaler Filmkopien und zum Anderen in der Präsentation in Kinos.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund fordert deshalb:

  1. verbindliche feste Tage, an denen barrierefreie Fassungen der Filme mit auf Leinwand gezeigten Untertiteln gezeigt werden
  2. eine Einbeziehung von Untertitelvorführungen in die Definition des „barrierefreien Kinos“
  3. und er frodert eine verpflichtende Übernahme barrierefreier Fassungen und Verfügbarmachung in Online-Streaming-Angeboten

Zugleich stellt der Deutsche Gehölosen-Bund fest: "Neben Gehörlosen und anderen Menschen mit Hörbehinderung profitieren auch solche, die Deutsch als Fremdsprache lernen und Kinder, die Lesen lernen, von untertitelten Fassungen, um nur zwei wichtige Zielgruppen zu nennen".

Und betont: "Erst wenn ein einfacher Zugang für gehörlose und schwerhörige Kinobesucher besteht, kann von wirklich barrierefreien Fassungen die Rede sein".

BERLIN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/segqu10

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