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Outdoor-Kletterwand erhalten

kleiner Felsen mit Sitzbank davor
Outdoor Kletterwand für Behinderte im Plauenschen Grund
Foto: Beate Lange

Berlin (kobinet) Wie uns Frau Beate Lange berichtet, soll die seit 2014 genutzte und beliebte Outdoor-Kletterwand für Behinderte im Sächsischen Plauenschen Grund zwischen Dresden und Freital beseitigt werden. Ihren Hilferuf zur Erhaltung der Kletterwand und Ihre Schilderung der Umstände geben wir hier gern wieder.

Frau Lange schrieb uns:

"Mein Name ist Beate Lange und ich denke, ich spreche hier im Namen aller betroffenen großen und kleinen behinderten Kletterfreunde aus Dresden und Umgebung.

Seit dem Jahr 2014 besteht in Dresden im Plauenschen Grund an der Birkigter Straße eine Outdoor-Kletterwand (übrigens die Einzige in Deutschland - wir sind also die Vorreiter!) für Behinderte.

Diese wurde unter Duldung des damaligen privaten Steinbruch-Eigentümers in Eigeninitiative durch meinen Partner Jost Hartmann, Familie, Freunde und vielen anderen Bergfreunden errichtet. Ursprünglich war das Ganze nur für mich gedacht, da wir eine Alternative zur Hallenkletterei gesucht haben. Und ich als an MS Erkrankte und bereits stark körperlich Beeinträchtigte Kletterin den Kontakt zur Natur und den Felsen gesucht habe. Als Behinderter in der Sächsischen Schweiz zu Klettern ist ohne viele Helfer und Riesenaufwand nicht möglich!

Die Wand wurde gut angenommen und erfreute sich bis zum letzten Winter großer Beliebtheit und wurde selbst vom SBB (Sächsischer Bergsteigerbund, SBB) für Kletterkurse mit behinderten Kindern genutzt.

Nun fand im letzten Jahr ein Eigentümerwechsel statt, die Stadt Dresden erwarb das Grundstück. Am 23.01.2020 fand dann eine Vorortbegehung durch das Amt für Abfallwirtschaft und Stadtgrün, das Umweltamt, den SBB und uns statt. Es sollte im Zuge einer gangbaren Lösungsfindung eine öffentliche Anhörung stattfinden. Leider fand der nicht statt!

Dafür wurde die Wand am 13.02.2020 durch die Aufstellung von Bauzäunen und Beschilderung „Achtung Lebensgefahr! Betreten verboten!“ gesperrt, natürlich ohne Information an uns.

Nun erhielt Jost Hartmann letzte Woche ein Anhörungsschreiben vom Umweltamt. Es wird der komplette Rückbau der Anlage und Sanierung der Felswand (durch eine Firma) auf unsere Kosten gefordert. Es soll eine kostenpflichtige Wiederherstellungsanordnung erlassen werden. Begründung: Es handelt sich wohl um ein gesetzlich geschütztes Felsbiotop mit seltenen Pflanzen (die genannten Pflanzen existieren dort gar nicht) und die großflächige Vernichtung des Arthabitats der Spanischen Flagge (das ist der Nachtfalter Russischer Bär) durch Trittbelastung am Wandfuß!!!! Wir sind sprach- und hilflos! Es handelt sich lediglich um einen 5 Meter breiten und 15 Meter hohen Abschnitt einer ca. 600m langen Felswand – aufgelassener alter Steinbruch. Durch die Veröffentlichung wollen wir aufmerksam machen und vielleicht kann uns jemand Hilfe und Unterstützung im Kampf um die Erhaltung der Anlage anbieten."

Link zum Forum mit dem Wortlaut des Schreibens zu "Anhörung gemäß § 28 VwVfG" vom 13. Mai 2020 (Eintrag von Jost Hartmann am 22.05.2020 14:35, am 24.05.2020 festgestellt).
In diesem Forumbeitrag sind auch die Kontaktdaten zu Frau Lange und Herrn Hartmann genannt.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/scdqxy2

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