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Blinde Menschen: Zwischen Abstand und Sicherheit

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Foto: ht

Berlin / München (kobinet) Um eine Corona-Infektion zu verhindern, sollte man gebührenden Abstand halten. Hierfür werden zwischen 1,50 und 2 Meter empfohlen. Diese Regel wird jedoch verletzt, wenn sich blinde Menschen von einem anderen Menschen führen lassen. Blinde und sehbehinderte Menschen müssen also abwägen: Auf der einen Seite die sichere, schnelle und unfallfreie Fortbewegung, auf der anderen Seite die Vermeidung eines Ansteckungsrisikos. Mit dieser Frage befasst sich besonders der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (BSSV).

"Für das Führen gibt es eine bewährte Regel: Bei ungefähr gleicher Körpergröße wird der Arm der führenden Person etwa in Ellenbogenhöhe gegriffen. Der blinde oder sehbehinderte Mensch geht ungefähr eine Schrittlänge hinter dem Begleiter und ist so rechtzeitig über Kursänderungen, Hindernisse usw. informiert. Aber gilt das auch in Corona-Zeiten?" heißt es in Newsletter dbsv-direkt. Der DBSV hat dazu Kontakt mit Prof. Bert Blocken aufgenommen. Der Belgier hat in einer Studie untersucht, wie winzige Tröpfchen in der Atemluft übertragen werden, wenn zwei Menschen sich gemeinsam vorwärtsbewegen.

"Anschließend haben wir uns mit Ulrike Schade beraten, der Vorsitzenden des Bundesverbandes der Rehabilitationslehrer und -lehrerinnen für Blinde und Sehbehinderte. Gemeinsam haben wir Hinweise zusammengestellt, mit denen man das Risiko einer Ansteckung zwar nicht auf null reduzieren, aber zumindest dazu beitragen kann, sich und andere zu schützen", heißt es weiter auf dbsv-direkt. Den Text "Sich und andere schützen" gibt's im Corona-Ratgeber des DBSV unter:

https://www.dbsv.org/corona.html#schuetzen

Der Text werde in den nächsten Wochen noch ergänzt, unter anderem mit Hinweisen zur Handhabung von Masken und Handschuhen. Neu im Corona-Ratgeber sei auch der Text "Kontaktlinsen und COVID-19" und Hinweise für Berufstätige zum Thema Home-Office.

Zum Schutz empfiehlt der Bayerische Blinden- und Sehbehidnertenbund (BSBB) beispielsweise: "Situationen vermeiden, in denen man auf das Führen durch fremde Menschen angewiesen ist

Hilfe nur annehmen, wenn sie wirklich nötig ist (nicht jedes nett gemeinte Angebot annehmen, wenn man es nicht unbedingt braucht)

Führen wenn möglich durch Ansagen ersetzen, sich also durch Zurufe aus sicherer Entfernung "navigieren" lassen

Bei der Inanspruchnahme von Hilfe:

Wenn möglich nebeneinander gehen mit ab und zu kurzem Kontakt (mit Handrücken antippen) und der Stimme des Sehenden als Orientierung

Tragen einer Atemmaske, insbesondere durch die führende Person

Hilfsbereite fremde Personen fragen, ob sie eine Atemmaske tragen, bevor man Hilfe annimmt

Den Führenden nicht am Ellenbogen anfassen (könnte durch Husten-Etikette kontaminiert sein), sondern lieber am Oberarm, gegebenenfalls Handschuh benutzen

Beim Führen als Verbindung einen Strick mit Knoten oder eine sogenannte "Wanderkugel" (Seil mit Holzkugeln an den Enden) benutzen

Unbedingte Handhygiene - auf keinen Fall mit der Hand, die den Führenden berührt hat, anschließend ins eigene Gesicht fassen

Berlin / München (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sjpvz89