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Corona-Virus erfordert barrierefreie Kommunikation

Logo Bundesfachstelle Barrierefreiheit bei der Knappschaft Bahn See
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Foto: Bundesfachstelle Barrierefreiheit bei der Knappschaft Bahn See

Berlin (kobinet) Das Corona-Virus und der dadurch notwendige Informationsbedarf der Bürger*innen zeigt, wie wesentlich es in einer Demokratie ist, dass die Informationen der Behörden auch wirklich alle Menschen erreichen. Denn verschiedene Beeinträchtigungen von Menschen erfordern verschiedene Informationsformate. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit hat nun zur Unterstützung der Behörden bei ihrer barrierefreien Kommunikation eine Handreichung erstellt, die erklärt, wie man Informationen für die verschiedenen Menschen zugänglich macht.

Barrierefrei kommunizieren – was bedeutet das?

"Untertitel, Gebärdensprachdolmetschung, Alternativtexte – diese Stichworte zeigen exemplarisch, was für eine barrierefreie Kommunikation erforderlich ist. Die diversen Beeinträchtigungen, die Menschen haben, machen es notwendig, Texte, Video- und Audiomaterial sowie Websites mit entsprechenden Mitteln barrierefrei zu gestalten. Die Anforderungen hierbei sind für die verschiedenen Zielgruppen unterschiedlich – je nachdem, ob jemand gehörlos, schwerhörig, sehbehindert oder blind ist oder eine kognitive Einschränkung hat", heißt es in einer Presseinformation der Bundesfachstelle Barrierefreiheit. In der von ihr veröffentlichten Handreichung für Behörden sind die barrierefreien Formate, mit denen Inhalte für die verschiedenen Gruppen zugänglich werden, in übersichtlicher Form dargestellt.

Gebärdensprachdolmetschende bei Pressekonferenzen

Seit Beginn der Ausnahmesituation, die das Corona-Virus verursacht hat, habe sich die Informationsbereitstellung durch die Behörden, was die Barrierefreiheit der Kommunikation betrifft, bereits sichtbar verbessert. So gäbe es inzwischen beispielsweise bei den Pressekonferenzen des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Gebärdensprachdolmetscherin, die das Gesprochene live in Gebärdensprache überträgt. Dadurch könnten auch die rund 80.000 gehörlosen Menschen in Deutschland unmittelbar die Inhalte der Pressekonferenz verstehen. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit begrüßt diese Veränderung und steht Behörden zur Verfügung, um Fragen zur barrierefreien Kommunikation zu beantworten.

Handreichung zum Download

Die Handreichung "Barrierefrei informieren und kommunizieren in Zeiten des Corona-Virus“ steht unter www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/handreichung-barrierefrei-kommunizieren als barrierefreie PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

Über die Bundesfachstelle Barrierefreiheit

Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit berät und unterstützt Behörden, ihre Aufgaben in eigener Verantwortung zu erfüllen und dabei die Barrierefreiheit zu beachten. Weitere Informationen zur Bundesfachstelle finden Sie unter www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de.

Weitere informationen der Bundesfachstelle Barrierefreiheit

Chronologie der barrierefreien Kommunikation von Behörden über das Corona-Virus – die Entwicklung zum Nachlesen
Anfangs gab es für Menschen, die gehörlos sind oder die eine kognitive Einschränkung haben, nur sehr wenige Informationen von Behörden zum Corona-Virus. Pressekonferenzen mit Gebärdensprachdolmetschern an der Seite oder aktuelle Informationen in Leichter Sprache gab es nicht. Dies hat sich im Laufe der Zeit verändert – sichtbar verbessert. Wie diese Entwicklung der barrierefreien Kommunikation am Beispiel der Gebärdensprache war, haben wir (ohne Gewähr auf Vollständigkeit) für Sie in einer Chronologie zusammengefasst.

zur Chronologie der barrierefreien Kommunikation von Behörden über das Corona-Virus

Interview mit Dr. Volker Sieger, Leiter der Bundesfachstelle Barrierefreiheit: "Nächster Schritt ist die kontinuierlich sichtbare barrierefreie Kommunikation in den Medien“

Wie steht es um die barrierefreie Kommunikation über Corona in den öffentlich-rechtlichen und privaten Medien? Im Interview berichtet Dr. Volker Sieger, Leiter der Bundesfachstelle Barrierefreiheit, an welchen Stellen es Schwierigkeiten gibt und verrät, wieso die Barrierefreiheit kein Hindernis für guten Journalismus ist.

zum Interview

Gebärdensprachvideo: Barrierefreie Kommunikation in Zeiten von Corona

Den Inhalt des Newsletters der Bundesfachstelle Barrierefreiheit gibt's auch in einem Video in Deutscher Gebärdensprache zusammengefasst.

zum Video in DGS

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/servx67

1 Lesermeinung
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Hubertus Thomasius
31.03.2020 17:28

Soso,
einmal sollten die Regeln der barrierefreien Kommunikation nicht nur in Coronazeiten realisiert werden, sondern immer (wegen GG Artikel3) und

zweitens Ich frage mich wie es kommt, dass nach 10 Jahren UN-BRK und viel mehr Jahre GG Artikel 3, die Behörden und Ämter das nicht hin bekommen haben, so, dass diese heute nicht in Panik verfallen, oh, das muss auch beachtet werden. Was hat die Politik in den letzten 10 Jahren gemacht?
Und bei manchem großer/n und kleiner/n Politiker/in ist es immer noch nicht angekommen: Sie verstoßen gegen das GG, wenn keine Gebärdendolmetscher bei öffentlich im TV übertragenen Pressekonferenzen dabei sind, wenn keine Leichte Sprache verwendet wird usw. usf.
Die Gesetzesbeschließer (am 15. November 1994) "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." verstoßen selbst und immer wieder.
Warum wurde in den letzten 26 bzw.10 Jahren nicht umfassend daran gearbeitet und alle Ämter haben die barrierefreie Kommunikation als Selbstverständlichkeit in der Anwendung?

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