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75. Jahrestag des Endes der Behinderten- und Krankenmorde in Hadamar

Plakat der Gedenkstätte Hadamar
Plakat der Gedenkstätte Hadamar
Foto: Förderverein der Gedenkstätte Hadamar

Marburg/Lahn / Hadamar (kobinet) Heute am 26. März jährt sich nicht nur das Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention vor elf Jahren, es jährt sich auch zum 75. Mal die Befreiung der hessischen "Euthanasie"-Anstalt Hadamar durch US-amerikanische Truppen. Dazu äusserte sich die Vorsitzende des Hessischen Landesbehindertenrates, Gabriele Naxina Wienstroer, in Marburg: "Leider ist es in diesen Tagen nicht möglich, den in Hadamar Ermordeten an Ort und Stelle zu gedenken. In Hadamar wurden zwischen Januar 1941 und August 1941 10.072 Menschen mit Behinderungen und Kranke vergast und in Krematorien verbrannt."

"Moralisch vollkommen korrumpierte Ärzte hatten diese Menschen im Sinne der nationalsozialistischen Rassenideologie vorab als 'minderwertig' und 'unwertes' Leben klassifiziert", betonte Gabriele Naxina Wienstroer. 70.000 Menschen seien, so Wienstroer weiter, in der hessischen Heil- und Pflegeanstalt und in fünf weiteren Mordanstalten im Rahmen der sogenannten "T4-Aktion" (benannt nach dem Sitz der Organisationszentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4) umgebracht worden. Das Ende der Tötungsanstalt Hadamar vor einem dreiviertel Jahrhundert stehe für das Ende der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde, denen insgesamt - das Töten ging nach Beendigung der Vergasungen mit anderen Mitteln weiter - 200.000 bis 300.000 behinderte Menschen und Kranke zum Opfer gefallen seien. Die Gaskammern und Krematorien in den T4-Anstalten hätten aber auch, so Wienstroer, den Weg einer industriell ins Werk gesetzten Vernichtungspolitik bereitet, die Millionen von Menschen, Juden und Jüdinnen, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere Gruppen das Leben kostete.

"Der Landesbehindertenrat Hessen gedenkt an diesem Jahrestag der durch die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in Hadamar und andernorts ermordeten behinderten Menschen und Kranken", so die Vorsitzende des Landesbehindertenrates. "Vollkommen unzureichend blieben bis heute aber leider alle Versuche, die Würde dieser Ermordeten wieder herzustellen. Denn die verantwortlichen Täter, Ärzte, Pflegkräfte und andere, wurden nicht in angemessener Weise bestraft. Außerdem wurden weder die Opfer der Kranken- und Behindertenmorde noch die Opfer der Zwangssterilisationen als Opfer des NS-Unrechts explizit anerkannt. Auch an dieses Versagen gilt es heute zu erinnern."

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