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Projekt: Gebärdensprachliche Notfallunterstützung

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Foto: DGS gemeinfrei

Röthenbach (kobinet) "Gebärdensprachliche Notfallunterstützung", so lautet der Titel eines neuen Projektes, das am 1. April im Raum Erlangen startet. Dabei können Notfalleinsatzkräfte bei Bedarf von Helfern mit Gebärdensprachkenntnissen unterstützt werden. Darauf hat Ina Fischer vom Projekt Kommune Inklusiv aus Erlangen die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. Sie freut sich, dass dieses Projekt, auch in den aktuell schwierigen Zeiten, an den Start gehen kann.

Hörbehinderte, insbesondere Gehörlose, haben im Notfall mit Kommunikationsbarrieren zu kämpfen und stellen Behandelnde und Betreuende häufig vor große Herausforderungen. In Deutschland leben 16 Millionen Hörbehinderte, etwa 200.000 von ihnen unterhalten sich in Gebärdensprache. Zurzeit sind bundesweit etwa nur 500 Gebärdensprachdolmetscher*innen tätig, die schon lange vorher für Ihre Einsätze gebucht werden müssen. Einen 24/7 Dolmetscherservice für Notfälle gibt es in Deutschland momentan nicht. Um Rettungs- und Einsatzkräfte zu unterstützen, sowie Hörbehinderten und Gehörlosen auch in Notfallsituationen eine gesellschaftliche Teilhabe ohne Barrieren zu ermöglichen, wurde das Projekt "Gebärdensprachliche Notfallunterstützung“ ins Leben gerufen, wie es in der Presseinformation zum Start des Projektes heißt.

Initiator ist der Polizeibeamte Kai Bartholomeyczik, der ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig ist. Auslöser für seine Initiative war ein Notfall in einem Krankenhaus, wohin er wegen seiner Gebärdensprachkenntnisse gerufen wurde. Er konnte die Kommunikation, in einem kritischen Notfall, zwischen den Ärzten und einer gehörlosen Familie, in Gebärdensprache übersetzen. Ein Gebärdensprachdolmetscher war zu diesem Zeitpunkt nicht erreichbar.

Funktionieren kann dieses Projekt durch die Alarmierung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer durch die Feuerwehrleitstelle Erlangen und durch das Engagement des BRKs, welches die Betreuung und Koordination der Ehrenamtlichen übernommen hat. Eine erste Informationsveranstaltung für medizinisches Fachpersonal und Polizei hat in Kooperation mit dem Projekt Kommune Inklusiv und der Stadt Erlangen bereits stattgefunden.

Im Einsatz sind die ehrenamtlichen Notfallbegleiterinnen und Begleiter ab dem 1. April. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen des Projektes verfügen über Gebärdensprachkenntnisse und kennen sich mit der Gehörlosenkultur aus. Sie stellen sich in Notfällen in Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt zur Verfügung. Sie sind über die Wachzentrale der Erlanger Feuerwehr unter der Nummer 09131 862512 erreichbar, heißt es in einer Presseinformation zum Start des neuen Projektes.

Röthenbach (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sjlstu5