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Sterben nach Marktregeln?

Foto zeigt Margit Glasow
Margit Glasow
Foto: Margit Glasow

Berlin (kobinet) Persönlichkeiten aus der Linkspartei haben die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 26. Februar auf das Schärfste krisitiert, erfuhr kobinet heute von der Inklusionsbeauftragten der Partei, Margit Glasow. Durch dieses Urteil werde das im Dezember 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung für verfassungswidrig und der Paragraf 217 im Strafgesetzbuch für nichtig erklärt.

"Statt den Paragrafen 217 StGB zu streichen, fordern wir eine Regelung, die jedwede geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung sowie Beihilfe von Ärzten*innen und sonstigem medizinischen Personal sowie von Angehörigen und Nahestehenden beim Suizid verbietet", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Heute sei es aufgrund der Fortschritte in der Medizin möglich, Schmerz und Leid schwer kranker und sterbenden Menschen in ausreichendem Maße zu lindern, medizinische Maßnahmen zu unterlassen, zu reduzieren oder abzubrechen, aber nicht zu töten. Statt Inklusion und Teilhabe für alle Menschen endlich umzusetzen, engen weiterhin reine „Kosten-Nutzen-Rechnungen“ ihre freien Entfaltungsmöglichkeiten ein.

"Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes lässt uns deshalb befürchten, dass nicht nur der Druck auf Menschen steigen wird, Suizid zu begehen. Nein, hier soll die Grundlage dafür geschaffen werden, Geschäfte mit dem Sterben zu machen", so die Stellungnahme. Der Sozialstaates habe die Pflicht, Bedingungen zu schaffen - also auch Mittel bereitzustellen - unter denen die ihm anvertrauten Menschen ihr Selbstbestimmungsrecht, ihre Grundrechte, wahrnehmen können. "Die Würde des Menschen schließt auch einen würdevollen Prozess des Sterbens ein. Statt Manipulation und Geschäftemacherei – also Sterben nach Marktregeln - fordern wir eine menschenwürdige pflegerische und palliative Versorgung bis zum letzten Atemzug."

Erstunterzeichner: Margit Glasow (Inklusionsbeauftragte der Partei DIE LINKE) Dr. Ilja Seifert (Mitglied im Vorstand der Partei DIE LINKE) Für die BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik: Sonja Bay, Florian Grams, Birger Höhn, Utz Mörbe, Ulrike Haase, Kristina Schulz, Jörn Weichold, Julia Wolter, Manfred Wolter Von der BAG Gesundheit und Soziales: Dr. Marianne Linke und Helga Ebel Für die BAG Linke Christen: Ilsegret Fink, Pastorin i. R., und Prof. Dr. Heinrich Fink, Theologe Rolf Kohn, Koordinator der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik Dr. med. Christiane Fischer, Mitglied des Deutschen Ethikrates 2012 bis 2020 Anja Röhl, Sonderpädagogin, Autorin und Dozentin

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Ein Gedanke zu „Sterben nach Marktregeln?

  1. Arnd Hellinger

    Man muss Urteile des Bundesverfassungsgerichts schon komplett lesen und verstehen, bevor man sie ihrerseits tatsächlich beurteilen kann, Dieses scheint die BAG leider nicht getan zu haben. Ich finde die Karlsruher Entscheidung im Hinblick auf unser aller Selbstbestimmungsrecht durchaus positiv...

Kommentare sind geschlossen.