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MDR baut Barriefreiheit aus

Foto zeigt Intendantin mit Teilnehmern
Karola Wille mit Thomas Kahlisch von dzb lesen und Georg Schmolz, MDR-Leiter Barrierefreiheit
Foto: MDR/Daniela Höhn

Leipzig (kobinet) Der Mitteldeutsche Rundfunk will künftig noch mehr Menschen den Zugang zu den Sendungen der Dreiländeranstalt ermöglichen. Auf dem 8. Spitzentreffen von Behindertenverbänden, Politik und wissenschaftlichen Einrichtungen mit MDR-Intendantin Karola Wille gestern in Leipzig hat der Sender neue inklusive Angebote in den digitalen Angeboten vorgestellt und eine positive Bilanz gezogen.

21 Stunden täglich: So viel Programm hat der MDR 2019 mit Untertitelung gesendet. Dazu kommen knapp 29.000 Sendeminuten mit Gebärdensprache pro Jahr. Erweitert hat die Dreiländeranstalt auch das Angebot für Menschen mit Sehbehinderung: Täglich fast vier Stunden werden mit Audiodeskription gesendet. Mit diesen Zahlen liegt der MDR - wie bereits in den vergangenen Jahren - unter den ARD-Landesrundfunkanstalten an der Spitze. Neue Angebote gab es 2019 zudem für Menschen mit kognitiven Einschränkungen bzw. funktionelle Analphabeten: die Nachrichten in Leichter Sprache von Montag bis Freitag bei mdr.de und im MDR TEXT.

Für Prof. Dr. Karola Wille ist das Spitzentreffen mit den mitteldeutschen Behindertenverbänden eine feste Größe im Jahreskalender. "Im vergangenen Jahr haben wir trotz schwieriger Finanzlage beim Thema Barrierefreiheit viel erreicht und zahlreiche neue Angebote für noch mehr barrierefreie und gemeinwohlorientierte Programmvielfalt entwickelt. Damit sind wir sowohl bei Untertitelung, Gebärdensprache als auch Audiodeskription im bundesweiten Vergleich bereits sehr gut aufgestellt. Wir haben nun im Regelbetrieb damit begonnen, auch ausschließlich fürs Netz produzierte Videos mit Untertitelung auszustatten. Mit diesem zusätzlichen barrierefreien Zugang kommen wir unserem Ziel, die Teilhabe aller Menschen auch an der digitalen Welt zu ermöglichen, ein weiteres Stück näher. Und wir freuen uns, wenn auch dieses neue Angebot auf gute Resonanz bei den Nutzerinnen und Nutzern stößt."

Prof. Dr. Thomas Kahlisch, Direktor Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen), lobt die gewachsene Partnerschaft mit dem MDR "als Schlüssel für künftig noch mehr barrierefreie Angebote. Gleichzeitig gilt rückblickend unser großer Dank dem MDR für die fantastische Unterstützung zum Louis Braille Festival 2019. Unser Medienpartner hat für eine hervorragende Öffentlichkeit des Festes als Ort der Begegnung zwischen blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen weit über die Grenzen Mitteldeutschlands hinaus gesorgt. Jetzt freuen wir uns sehr auf die nächsten Projekte mit dem MDR, bei denen wir unser Fachwissen zu Fragen der barrierefreien Gestaltung von Medieninhalten einbringen können."

Für 2020 kündigt der MDR zahlreiche neue barrierefreie Programmzugänge an. Erstmals werden seit Jahresanfang sogenannte "Web-Only-Videos" regelmäßig mit Untertiteln ausgestattet. Damit setzt der MDR erste Schritte zur Barrierefreiheit bei ausschließlich im Internet verbreiteten Videos um. Auch bei den anderen Programmzugängen erweitert der MDR seine Angebote: Bis April sollen sämtliche Regelsendungen ganztägig und an allen Wochentagen untertitelt werden, bestehende Lücken in der Untertitelung von Sendungen am späten Abend werden sukzessive geschlossen. Ab 7. Februar wird zudem das Magazin "Selbstbestimmt" - das sich dem Leben mit Behinderung aus der Perspektive der Betroffenen verschreibt - mit Gebärdensprachübersetzung versehen.

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