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Kay Macquarrie: Situation bei Bahn grotesk

Kay Macquarrie vor IC der Deutschen Bahn
Kay Macquarrie vor ICE der Deutschen Bahn
Foto: privat

Berlin (kobinet) Die aktuelle Diskussion zur mangelnden Barrierefreiheit der Bahn, die vor allem vom ehemaligen Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele nach dessen Erfahrungen bei einer Bahnfahrt mit Rollator angestoßen wurde, reißt nicht ab. Kay Macquarrie bezeichnet beispielsweise in einem Focus-Interview die Situation als "grotesk" und Martin Ladstätter aus Österreich wundert sich über diese Diskussion, da er bereits in den 90er Jahren in den USA erleben konnte, dass Barrierefreiheit auch für Rollatornutzer*innen beim Bahnfahren problemlos hergestellt werden kann.

Wie der Focus berichtet, warf Hans-Christian Ströbele der Bahn "schweren Organisationsmangel" in Bezug auf barrierefreies Reisen vor. Ähnlich sieht das Kay Macquarrie. Er möchte es derm Bericht zufolge nicht länger hinnehmen, dass Reisende mit Behinderung sich mindestens 48 Stunden vorher telefonisch oder über ein Online-Formular bei der Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) melden müssen, um Hilfeleistungen zu bekommen – wie zum Beispiel einen Hublift für den Rollstuhl. Zudem sei der aufwendige Prozess längst nicht immer erfolgreich, da die Bahn eine Beförderung im gewünschten Zug auch ablehnen könne. Daher bedeute Bahnfahren für ihn oft schon vorher erheblicher Stress, weshalb er auch eine Online-Petition gestartet hat, die bereits von 90.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Link zum Focus-Interview mit Kay Macquarri

Die Deutsche Bahn erteidigte ihre Regeln gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gegen die Kritik. "Unsere Mitarbeiter unterstützen Reisende mit Mobilitätseinschränkung 850.000-mal pro Jahr beim Ein- und Ausstieg“, teilt ein Bahnsprecher gegenüber dem RND mit. Für Rollstuhlfahrer seien bundesweit 900 mobile Hublifte im Einsatz. "Für Reisende mit Rollator ist der Lift leider zu unsicher. Hier helfen unsere Servicemitarbeiter beim Ein- und Ausstieg“, so der Bahnsprecher. An über 100 großen Bahnhöfen stelle die Bahn Reisenden mit Rollator auch Leihrollstühle zum sicheren Einstieg per Hublift zur Verfügung. Die Bahn bedauere jedoch, "dass es bei der Reise von Herrn Ströbele zu dieser Situation gekommen ist“, und wolle nun das Gespräch mit ihm suchen.

Link zum Bericht des RND

Warum Hans-Christian Ströbele mit seinem Rollator nicht mit dem Hublift in den Zug geholfen wurde, versteht der österreichische Behindertenrechtler Martin Ladstätter überhaupt nicht. Gegenüber den kobinet-nachrichten erklärte er: "Das verstehe ich überhaupt nicht. In New York City im Jahr 1993, als ich das erste mal drüben in den USA war, hatten die ja diese Hochflurzüge mit den Liften. Damals war dort schon durch, dass das erlaubt ist."

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sgnxyz6