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Schulische Inklusion auf bayerisch

Hand mit Daumen runter
Daumen runter
Foto: public domain

Starnberg (kobinet) Die Inklusionsbotschafterin Sonja Röder hat die kobinet-nachrichten auf einen neuen Tiefpunkt in Sachen schulische Inklusion aufmerksam gemacht. Wäre die Sache für den 12jährigen Schüler und seine Mutter aus Starnberg nicht so verletzend, könnte man es als bayerische Provinzposse abtun, dass dort ein körperbehinderter Schüler am Nikolaustag der Zugang zur Schule und damit zu einer Schulfeier verweigert wurde, weil die Schulbegleiterin krank war und die von der Familie ersatzweise eingesprungene Freundin nicht akzeptiert wurde . So scheint die Verhinderung des Betretens der Schule mit Polizei und Rechtfertigung der bayerischen Behörden ein weiterer Beleg dafür zu sein, dass Inklusion in Bayern noch ein Fremdwort zu sein scheint.

Was ist passiert? Nach Information des Merkur war die Schulbegleiterin eines 12jährigen körperbehinderten Jungen erkrankt. Die Mutter hatte eine Freundin der Familie gefunden, die den Jungen gut kennt und für die erkrankte Schulbegleiterin am Nikolaustag einsprang, als eine Schulfeier anstand. Die Mutter hatte dies der Schule vorher mitgeteilt, dies wurde von der Schule aber nicht akzeptiert. Als die Mutter dann mit dem Jungen und der Schulbegleiterin am Nikolaustag an der Schule ankam, um letztendlich auch der Schulpflicht nachzukommen, wurden diese im Außenbereich der Schule von der Schulleiterin, der Konrektorin und dem Hausmeister abgefangen und ihnen der Zutritt zur Schule verweigert. Selbst die hinzugezogene Polizei brachte keine Lösung, so dass der Junge wieder nach Hause musste.

Während man dies vielleicht noch als Einzelfall von einer besonders unflexiblen Schule abtun könnte, lässt die Antwort einer Regierungssprecherin an den Merkur aufhorchen, weil von dort Rückendeckung für das Handeln der Schule kommt: Dem Merkur-Bericht zufolge hat das Staatliche Schulamt auf die Regierung von Oberbayern verwiesen. "Im Falle der Erkrankung des Schulbegleiters bleiben Schüler vorerst zuhause, bis über den Träger der Schulbegleitung ein offizieller Ersatz möglich ist“, teilte eine Regierungssprecherin mit. „Ein kurzfristig spontaner Ersatz durch eine Person aus dem Freundeskreis der Familie ist nicht praktikabel", so die Antwort an den Merkur.

Link zum vollständigen Bericht des Merkur vom 20.1.2020

Link zu einem Bericht auf News4teachers.de

Starnberg (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdotuw7



Lesermeinungen sind deaktiviert.

1Lesermeinung

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Michael Günter

Hmm,
so rein juristisch steht die Rektorin m.E. nicht unbedingt im Abseits, sorry.
§72a SGB VIII ist hier wirklich ausschlaggebend, denn die Schulbegleitung läuft über einen Träger der Jugendhilfe und wenn eine Privatperson in dieser Funktion tätig werden will - auch als Ersatz - dann gilt dies eben.
Natürlich ist dies pedantisch bis zum ko..en, aber es war eben offiziell Schulunterricht, kein Schulfest oder ähnliches, wo man auch Eltern und Angehörige einlädt.
Ein wirklich krasser Fall, interessant wäre es dennoch zu erfahren, ob auch der Nikolaus ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen musste - oder ob ihm in Bayern qua Amt unterstellt wurde grundsätzlich nicht kindswohlgefährend zu sein...