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Digitalen Wandel für Menschen mit Behinderungen nutzen

Matthias Rösch
Matthias Rösch mit Rollstuhl
Foto: MSAGD RLP

Mainz (kobinet) "Vom digitalen Wandel können Menschen mit Behinderungen profitieren. Allerdings ist die Barrierefreiheit digitaler Angebote Voraussetzung dafür". Darauf wies der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen von Rheinland-Pfalz, Matthias Rösch, hin.

Zum Beispiel machten Sprachausgaben Texte für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich, Untertitel und Übersetzung in Gebärdensprache erschließen Videoinhalte für hörbehinderte und gehörlose Menschen. Menschen mit körperlichen Behinderungen könnten durch smarte assisitive Unterstützungssysteme mehr Selbstbestimmung in ihrer Wohnung und ihrem Lebensumfeld erreichen. "Sowohl Webseiten und Medienangebote als auch die entsprechenden Geräte müssen den Anforderungen umfassender Barrierefreiheit entsprechen. Barrierefreiheit ist als Menschenrecht in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert, das gilt auch für die digitale Welt“, betonte Matthias Rösch.

In ihrer Bad Gögginger Erklärung haben die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern das Thema digitale Barrierefreiheit aufgegriffen. Sowohl bei der Digitalisierung in der Arbeitswelt als auch bei Produkten und Dienstleistungen sind verbindliche Regelungen zur Barrierefreiheit einzuhalten. "Unsere Forderung als Behindertenbeauftragte ist, auch für den privatwirtschaftlichen Bereich mit der Umsetzung der EU-Richtlinie für Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen in nationales Recht klare Regeln und wirkungsvolle Sanktionsmöglichkeiten einzuführen. Dazu gehört auch, das Umfeld baulich anzupassen. Ein barrierefreier Serviceautomat nutzt mir nichts, wenn Stufen den Zugang behindern. Auch in der analogen Welt gibt es noch viele Barrieren abzubauen“, forderte der Landesbeauftragte.

Mit der EU-Richtlinie 2019/882 sind die Mitgliedsstaaten aufgefordert, bis Juni 2022 Vorschriften für die Barrierefreiheit von Serviceterminals wie Geld- oder Fahrkartenautomaten, von elektronischen Geräten wie Smartphones und E-Book-Readern oder beim Online-Handel zu erlassen. Auch die Webseiten der öffentlichen Stellen des Landes und der Kommunen sollen bis zum Herbst dieses Jahres entsprechend der Vorgaben der Europäischen Union und des Landesrechts barrierefrei umgestaltet sein. "Damit nimmt der öffentliche Bereich eine Vorbildfunktion für die digitale Barrierefreiheit ein. Von den Vorteilen einfacher Nutzbarkeit und besserer Verständlichkeit von Informationen und Services im Internet werden Menschen mit und ohne Behinderungen profitieren“, so Matthias Rösch.

Link zum Text der Bad Gögginger Erklärung der Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern „Digitale Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen gewährleisten

Mainz (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/smpqx23



Lesermeinungen sind deaktiviert.

1Lesermeinung

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Michael Günter

Hmm,
tolle Ziele, ehrlich...
Mal ganz zynisch: Schön dass die EU das regelt - hat nicht die BRD als souveräner Rechtsstaat die UN-BRK unterschrieben? Also vor 10 Jahren plus...?
Mir ist das zu wenig, viel zu wenig! Es geht ja nicht darum, die Hobby-Ornithologie barrierefrei zu gestalten oder das Bungee-Springen, es geht darum dass mündige Bürger die Informationen erhalten, welche sie brauchen - und dies geht nur via Internet (auch wenn wir da wirklich Entwicklungsland sind!).
Der öffentliche Bereich und Vorbildfunktion - selten habe ich so gelacht!
Wessen es darf, ist eine Gesetz, das eindeutig festlegt, dass bis Stichtag (nicht igrendwann, sondern konkret - in dem Fall Ende Juni 2022) alle Internetseiten von Anbietern, die auch nur geringste Teile ihres Umsatzes aus staatlichen Mitteln finanzieren, komplett den Normen für ein barrierefreies Internet entsprechen müssen, sonst fällt die Förderung weg. Es ist ja schon fast ein Treppenwitz (für andere auch ein Schlag ins Gesicht!), dass hier Links weiterverbreitet werden, die diesen Kritierien nicht entsprechen - ja Barrierefreiheit im Netz ist mit Kosten verbunden und nicht jeder Betreiber einer Webseite kann diese stemmen - aber wenn die Aktion Mensch dies nicht kann (heute etwa hier zu lesen: Lernen, sich zu wehren...) , mache ich mir mal einen Kopf darüber, woran dies liegen kann.......