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Politische Partizipation Passgenau

Gruppenarbeit im Vorgängerprojekt „Mehr Partizipation wagen“
Gruppenarbeit im Vorgängerprojekt „Mehr Partizipation wagen“
Foto: LAG SELBSTHILFE

MÜNSTER (kobinet) Anfang Dezember startet das Projekt „Politische Partizipation Passgenau!“ mit einer Veranstaltung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Das Projekt der Landesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE NRW e.V. (LAG SELBSTHILFE NRW) will Kommunen jetzt noch passgenauer dabei unterstützen, ihren Weg in eine inklusive Zukunft zu finden. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW.

In dem Projekt „Mehr Partizipation wagen!“ der LAG SELBSTHILFE hat das Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste der Uni Siegen (ZPE) im Rahmen einer NRW-weiten Befragung folgende Zahlen für das Jahr 2019 erfasst: Obwohl gesetzlich dazu verpflichtet, haben nur etwa 20 Prozent der Kommunen in NRW bisher eine Satzung erstellt, die regelt, wie die Belange von Menschen mit Behinderungen auf örtlicher Ebene berücksichtigt werden sollen. In 46 Prozent der Gemeinden und Städte gibt es keine Form der Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen. Das Problem: Gibt es keine Arbeitsgemeinschaften, Beiräte, Beauftragte oder andere Beteiligungsformen, fehlt die Möglichkeit, dass sich Betroffene adäquat einbringen können. Ihre Bedarfe, Erfahrungen und Erkenntnisse spielen in Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen kaum eine Rolle.

Das neue Projekt „Politische Partizipation Passgenau!“ unterstützt Kommunen dabei, festzustellen, wo sie im Bereich der Partizipationsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen stehen. Hier kann das Projekt-Team helfen, individuelle Lösungen zu finden, um Teilhabe-Strukturen zu schaffen, auszubauen und weiterzuentwickeln. So kommen beispielsweise in Workshops Vertreterinnen und Vertreter der örtlichen Selbsthilfe, der lokalen Politik und Verwaltung sowie Interessierte zusammen, ermitteln gemeinsam Bedarfe und formulieren konkrete Handlungsschritte. Das Projektteam begleitet den Prozess und bietet Moderation, Material und die organisatorische Unterstützung. „Jede Kommune in NRW kann auf uns zukommen. Gemeinsam überlegen wir, welche Angebotsform in dem jeweiligen Fall die Passende ist. Das gesamte Angebot ist dabei kostenfrei“, so Schmidt.

Doch warum sollten Kommunen sich überhaupt aufmachen und dieses Angebot nutzen? - Die Leiterin des Projektes „Politische Partizipation Passgenau!“, Merle Schmidt, benennt gleich mehrere Gründe: „Zum einen ist es schlicht eine gesetzliche Verpflichtung, Menschen mit Behinderungen in kommunale Planungsprozesse einzubeziehen. Es gibt keine Alternative zur Inklusion. Und das ist auch gut so. Denn Politikerinnen und Politiker sowie Verwaltungsmitarbeitende haben oft nur wenig Kenntnisse darüber, was etwa sehbehinderte, gehörlose oder mobilitätseingeschränkte Menschen benötigen, um in allen Lebensbereichen teilhaben zu können, ganz zu schweigen von den Bedürfnissen von Menschen mit Lernschwierigkeiten oder psychischen Erkrankungen. Betroffene können hier als Expertinnen und Experten für eigene Belange wichtige Ratgebende für Politik und Verwaltung wirken.

MÜNSTER (kobinet) Kategorien Nachricht