Werbung:
Werbung
Link zu Reporter ohne Grenzen
Werbung
Ihre Werbung Banner
Werbung
Werbung zu teilhabegesetz.org
Springe zum Inhalt

Dinah Radtke mit Bezirksmedaille ausgezeichnet

Dinah Radtke
Dinah Radtke
Foto: Rolf Barthel

Ansbach (kobinet) Die höchste Auszeichnung des Bezirks Mittelfranken, die Bezirksmedaille, erhielt Dinah Radtke für ihre herausragenden Verdienste um Mittelfranken. Bezirkstagspräsident Armin Kroder verlieh die Auszeichnung letzte Woche in einer Feierstunde im Ansbacher Bezirksrathaus.

Dinah Radtke ist Mitbegründerin und langjährige Leiterin des Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter und Vertreterin der Rechte behinderter Menschen auf nationaler und internationaler Ebene. Karl-Heinz Miederer, Geschäftsführer der gemeinnützigen ACCESS GmbH, ein Fachdienst, der sich für die Qualifizierung und Vermittlung von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt engagiert, hielt die Laudatio.

Im folgenden dokumentieren wir die Dankesrede von Dinah Radtke:

Sehr geehrter Bezirkstagspräsident,

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte mich ganz herzlich für die Verleihung der Bezirksmedaile bedanken, die ich auch im Namen all jener annehme, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von behinderten Menschen einsetzen.

Das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V. In Erlangen hat letzte Woche 30 jähriges Bestehen gefeiert und wir sind froh, dass wir in dieser Zeit Menschen mit Behinderungen in Erlangen und im Großraum unterstützen konnten, mit Beratung und Assistenz ein Leben in Selbstbestimmung zu führen. Hier haben wir auch sehr dem Bezirk Mittelfranken für die Unterstützung mit Leistungen, wie zum Beispiel Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege zu danken.

Ich möchte jetzt drei Wünsche an den Bezirk äußern. Ich wünsche mir für die Zukunft vom Bezirk,

- dass weniger Einrichtungen gebaut werden,

- mehr Möglichkeiten für ambulantes Wohnen gesucht und verwirklicht werden und

- weniger Werkstattplätze errichtet werden, sondern nach Möglichkeiten gesucht wird, wie Menschen mit Behinderungen in der Wirtschaft beschäftigt werden können.

Das Ziel ist ja die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft und die Verwirklichung einer echten Teilhabe. Das ist zwar eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, aber die Strukturen dafür müssen geschaffen werden bzw vorhanden sein.

Wir müssen immer daran denken, dass im Laufe der Geschichte unterschiedlich mit behinderten Menschen umgegangen wurde. Es ist jetzt 80 Jahre her, dass die Nazis Menschen mit Behinderungen ermordet haben. In Erlangen wird darüber nachgedacht, wie ein künftiger Gedenkort für die behinderten Opfer aussehen könnte und wo er eingerichtet werden könnte. Eine erste Projektskizze wurde Mitte November vorgestellt.

Gleichzeitig aber gibt es heftige Diskussionen in der Erlanger Bürgerschaft, die das letzte Gebäude der ehemaligen Hupfla erhalten möchte oder wenigstens zum Teil erhalten möchte. Dieses denkmalgeschützte Gebäude aus der Mitte des neunzenten Jahrhunderts ist ein wichtiges Gebäude der Medizingeschichte und auch ein Ort, der für die Medizinverbrechen in Erlangen steht. Doch genau an diesem Ort ist die Errichtung von Forschungsgebäuden geplant. Ich wünsche mir, dass der Gedenkort zur Erinnerung an die behinderten Opfer des Nationalsozialismus im Mittelrisalit des ehemaligen Hupflagebäudes untergebracht wird und dass das Gebäude größtmöglich erhalten werden kann, um der Erinnerung an den damaligen Umgang mit Behinderten zu dienen, aber auch, dass dieser Ort gleichzeitig zum Lernort über den Umgang mit Behinderung heute wird, denn der ist durchaus zweideutig.

Hiermit möchte ich enden und mich nochmal herzlich für die Auszeichnung bedanken!