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Kluft zwischen erwerbslosen Menschen mit und ohne Behinderung bleibt groß

Foto zeigt Logo der Arbeitsagentur für Arbeit
Foto zeigt Logo der Arbeitsagentur für Arbeit
Foto: gemeinfrei

BONN (kobinet) Obwohl sich die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung insgesamt verbessert hat, haben Menschen ohne Behinderung die deutlich besseren Chancen auf einen Job: Mit 11,2 Prozent ist die Arbeitslosenquote der Schwerbehinderten zwar leicht gesunken (Vorjahr: 11,7 Prozent), ist aber mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Quote (5,2 Prozent). Das geht aus dem aktuellen Inklusionslagebarometer Arbeit der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institute (HRI) hervor.

Seit 2013 zeigen die Ergebnisse der Studie bundesweit einen positiven Trend. Auch die Zahl der Arbeitslosen mit einer Schwerbehinderung sinkt weiter auf 156.621 (Vorjahr: 162.373). Gründe dafür sieht Prof. Bert Rürup, Präsident des HRI, in der noch immer stabilen Konjunktur sowie im zunehmenden Renteneintritt von Menschen mit Behinderung. „Gleichzeitig müssen wir die Ergebnisse aber auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext bewerten: Vergleicht man die Situation von Erwerbspersonen mit und ohne Behinderung, offenbart sich noch immer eine große Kluft“, so Rürup.

Trotz kleiner Fortschritte ist die Dauer der Arbeitslosigkeit nach wie vor ein erhebliches Problem für Arbeitsuchende mit Behinderung. Wie groß der Abstand zu ihren Mitstreitern ohne Behinderung ist, zeigt sich hier besonders deutlich: Schwerbehinderte Arbeitslose benötigen durchschnittlich 359 Tage bis sie eine Anstellung gefunden haben – 100 Tage länger als Nichtbehinderte.

Rückläufige Entwicklung auch im Bereich Beschäftigungspflicht: Mit nur 4,63 Prozent wird die gesetzlich vorgeschriebene Fünf-Prozent-Quote für die Beschäftigung von Menschen mit einer Schwerbehinderung nicht nur verfehlt, sie sinkt auch zum zweiten Mal in Folge (Vorjahr: 4,67 Prozent). Während allerdings öffentliche Arbeitgeber mit 6,5 Prozent die Mindestquote sogar übertreffen, erreichen private Unternehmen gerade einmal 4,1 Prozent.