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Bahnfahren mit Handicap

Foto zeigt Kay Macquarrrie im Rollstuhl auf einem Bahnhof
Kay Macquarrie auf dem Bahnhof
Foto: Kieler Nachrichten

Kiel (kobinet) Unter dem Titel "Nicht meckern, machen!" hat heute NDR Info gemeinsam mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", den "Kieler Nachrichten", der "Ostsee-Zeitung" und dem "Hamburger Abendblatt" über Bahnfahren mit Handicap berichtet. Anlass war die Petition für mehr Barrierefreiheit von Kay Macquarrie.

Macquarrie schätzt, dass gut ein Viertel der Anträge für den Mobilitätsservice abgelehnt werden. Hinzu kommt, dass die Anmeldung 48 Stunden vor Fahrtantritt gestellt werden muss - und dass sie nur in einem begrenzten Zeitraum und auch nicht an jedem Bahnhof angeboten wird. Für die Betroffenen ist das eine Mammutaufgabe: "Eine Standardanmeldung für eine Fahrt von Kiel nach Berlin hat 79 Formularfelder. Das ist einfach völlig unglaublich, was man da Menschen mit Mobilitätseinschränkung zumutet."

Angestoßen durch die Petition gibt es schon eine digitale Lösung für das Problem: Das Projekt "Hilfeleistung als Service" ("HaSe") hat der Karlsruher IT-Spezialist Philipp Maier entwickelt. Mit dem neuen Tool werden aus den 79 Klicks nur noch einige wenige: "Das, was die Bahn in zehn Jahren nicht hinbekommen hat, hat er in zehn Tagen hinbekommen", sagt Macquarrie.

"Die Bahn ist jetzt angehalten, das zu integrieren in ihr eigentliches System. Wir haben hier mehr als eine Machbarkeitsanalyse geliefert und einen Prototypen, der mittlerweile von mehr als 100 Personen genutzt wird. Insofern weiß ich nicht, wieso sich die Bahn dagegen so sperrt."

Von der Bahn heißt es dazu: Zurzeit werde eine neue IT-Landschaft entwickelt und in diesem Rahmen werde auch die Realisierbarkeit eines implementierten Mobilitätsservice geprüft. Bis es soweit ist, läuft die Petition von Kay Macquarrie weiter.

Kiel (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sjkxz17



Lesermeinungen sind deaktiviert.

4Lesermeinungen

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1

Gibt's bei "der Bahn" nicht genug reale Probleme, oder warum reitet man immer noch auf dem 48-Stunden-Mythos rum? Die 48-Stunden-Frist steht zwar in der EU.Fahrgastrechte-Verordnung, allerdings nur als Mindest-Vorgabe. Im echten Leben macht die Mobilitätsservice-Zentrale Bahnfahrten auch dann möglich, wenn man sich am Voraend meldet. An Bahnhöfen mit Personal reicht es im Normalfall auch, 20 Minuten vor Abreise "Hier bin ich" zu sagen.
Und wo sind die 79 Formular-Felder? Sind es für die meisten Menschen nicht eher 15-20? Welche davon sind verzichtbar?

Die wahren Probleme kommen dagegen zu kurz:
- Es sind immer noch zwischen 30 und 40 % der Bahnhöfe nicht barrierefrei.
- An viel zu wenigen Bahnhöfen iist Unterstützung durch Personal möglich.
- Die Zeiten, an denen Personal an Bahnhöfen ist, sind bei 95 % der Stationen zu kurz.
- Die Bahnen sind, vor allem im Fernverkehr, zu undflexibel, um auf Nachfragespitzen zu reagieren.
- Zu viele Züge haben zu viele Barrieren.

Reicht das nicht??

Ps. Ich warte übrigens auch darauf, dass ich über mein Standard-Bahn-Konto Hilfebedarfe anmelden und Rollstuhlstellplätze reservieren kann.

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Arnd Hellinger

Zum "PS": Noch besser wäre, diesen Bedarf nur bei Ersteinrichtung eines bahn.de-Nutzendenkontos eintragen zu müssen... 🙂

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Ich bleibe erst mal bescheiden... 😉

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Arnd Hellinger

Warum das denn, Sven? Wenn schon, denn schon... 🙂