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Berliner Manifest für menschenwürdige Psychiatrie

Thomas Künneke
Thomas Künneke
Foto: privat

Berlin (kobinet) Der Inklusionsbotschafter Thomas Künneke ist es leid, dass im Hinblick auf Menschen mit psychischen Erkrankungen und Beziehern von Erwerbsminderungsrenten neuerdings wieder in volkswirtschaftlichen Kategorien gedacht und von Nützlichkeit gesprochen wird. Diesem Gedankengut einer längst abgeschlossen geglaubten dunklen Vergangenheit müssen seiner Ansicht nach neue Ideen eines menschenwürdigen Umgangs mit Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen entgegengesetzt werden. Hierfür haben sich Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Angehörige und Fachmenschen aus dem Unterstützungssystem (Trialog) zusammengesetzt und das Berliner Manifest erstellt.

"Wir brachen eure Unterschrift unter dieses Manifest", erklärte Thomas Künneke gegenüber den kobinet-nachrichten. Knapp 5.000 Menschen sind diesem Appell bereits gefolgt

Link zum Petition zum Berliner Manifest für eine menschenwürdige Psychiatrie

https://www.change.org/p/gesellschaft-politik-in-deutschland-manifest-einer-menschenw%C3%BCrdigen-psychiatrie

Die aktuelle Bilanz der Psychiatrie in Deutschland sei erschreckend. Immer mehr Psychopharmaka, Elektroschocks, viele vermeidbare Zwangsmaßnahmen, das Ausweiten der Klinik-, Heim- und Forensik-Betten, zu oft unzugängliche und unzulängliche ambulante Hilfen, dazu eine Fülle an bürokratischen und ökonomischen Vorgaben in allen Bereichen der Psychiatrie. Dies sind einige der Missstände, die nach Ansicht der Initiator*innen des Manifestes eine menschenwürdige Versorgung verhindern.

Leitideen einer menschenwürdigen Psychiatrie seien demgegenüber, dass der Mensch in seinem Streben nach Glück und Zufriedenheit das Maß unseres Handelns ist. Die in internationalen Übereinkommen wie der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschriebenen Menschenrechte müssten endlich im Unterstützungssystem umgesetzt werden. Hierfür sei ein Diskurs in der Gesellschaft und unter den Beteiligten des Hilfesystems notwendig, der psychische Beeinträchtigungen entstigmatisiert.

Das Berliner Manifest und weitere Informationen gibt's unter:. http://berliner-manifest.de/