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Weltrekordversuch: In 76 Stunden von Berlin nach Berlin mit Regionalverkehr

Reisegruppe Niemand vor historischer Lok in Leipzig
Reisegruppe für Bahntour
Foto: UNgehindert

Berlin (kobinet) Von Berlin nach Berlin in "nur" 76 Stunden: Was nach einer Rekordverspätung der Deutschen Bahn klingt, ist für die "Reisegruppe Niemand" ein wahres Weltrekordprojekt. Denn es geht um eine Zugreise quer durch die Bundesrepublik. 348 Zwischenhalte, 28 Bahnhöfe, 29 Umstiege, 16 Landeshauptstädte, 5 Reisende und ein ambitioniertes Ziel: Auf die Barrierefreiheit an Deutschen Bahnhöfen aufmerksam zu machen. Doch damit nicht genug, denn das Rekord-Institut für Deutschland (RID) sieht in diesem Vorhaben eine neue Topleistung. Sollte die "Reisegruppe Niemand" Ihre inklusive Zugreise durch Deutschland vom 12. bis 15. November in 76 Stunden schaffen, wäre es die offiziell "schnellste Zugreise zu allen Landeshauptstädten", teilte das Rekord-Institut für Deutschland (RID) in einer Presseinformation mit.

"Generell hält das Rekord-Institut für Deutschland inklusive Projekte als Weltrekordversuch für eine tolle Idee", so Olaf Kuchenbecker, oberster Rekordrichter des RIDs. "In 76 Stunden einmal quer durch Deutschland zu reisen und alle 16 Landeshauptstädte anzusteuern, ist aber auch eine außergewöhnliche Topleistung". Vom 12. bis 15. November ist die "Reisegruppe Niemand" auf den Schienen der Deutschen Bahn unterwegs. Eine logistische Topleistung die, wie unter Pendlern bekannt, mit sehr viel Stress verbunden ist. "Wir beziehen uns auf den zugefügten Satz des Grundgesetzes Artikel 3 Absatz 3, dass Niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf", heißt es auf der Website des Projektes.

Am 15.11., also dem Rückreisedatum der Gruppe, zelebriert jener Artikel bereits sein 25jähriges Inkrafttreten. Doch noch immer sind nicht alle Bahnhöfe in Deutschland zu 100 Prozent barrierefrei. Was es noch zu tun gibt, darauf will die "Reisegruppe Niemand" im Rahmen ihrer Aktion aufmerksam machen. Und erhält im Erfolgsfall noch am Bahnhof Berlin die RID-Rekordurkunde überreicht, samt Eintrag im hiesigen Rekordregister.

Zur Reisegruppe:

Die fünf behinderten Menschen, die auf bahndeutsch als "PRM" (Personen mit reduzierter Mobilität) bezeichnet werden, sind allesamt Mitglieder des "UNgehindert Netzwerkes", welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, sich gegen die Benachteiligungen von Menschen mit "Behinderung" einzusetzen. "Dass wir mit unserem Vorhaben nicht nur Berlin, sondern auch einen offiziellen Weltrekord ansteuern, finden wir großartig", so Rolf Allerdissen, welcher ursprünglich als selbsternannter "Reiseleiter" mitfahren wollte, nun jedoch in seine zweite Tätigkeit als "RID-Rekordrichter" den Unabhängigen zu geben hat. Interessierte Medienvertreter*innen sind bundesweit dazu eingeladen, die "Reisegruppe Niemand" auf einer Ihrer zahlreichen Etappen zu begleiten. Zudem wird am Berliner Hauptbahnhof im Rahmen des Eintreffens der Weltrekordjäger ein Presseaufgebot erwartet. Und vielleicht gibt es dann neben dem "Geburtstag" des so wichtigen Grundgesetzparagraphen auch einen neuen Weltrekord zu feiern. "Das RID drückt den Beteiligten die Daumen und wünscht eine gute Fahrt", heißt es in der Presseinformation des RID.

Link zum Fahrplan der Reisegruppe Niemand

Link zum Liveblog zur Reise der Reisegruppe Niemand zum 25jährigen Inkrafttreten des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz

Ein Gedanke zu „Weltrekordversuch: In 76 Stunden von Berlin nach Berlin mit Regionalverkehr

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