Werbung:
Werbung
Werbung Fotos für die Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen
Werbung
Ihre Werbung Banner
Werbung
Gute Arbeit für Menschen mit Behinderung
Springe zum Inhalt

Benachteiligung verboten?

Jennifer Sonntag mit Führhund Paul
Jennifer Sonntag mit Führhund Paul
Foto: Privat

Halle (kobinet) Die Moderatorin und Inklusionsbotschafterin Jennifer Sonntag hat das Angebot genutzt und eine Botschaft zu 25 Jahre Benachteiligungsverbot für behidnerte Menschen im Grundgesetz an die Reisegruppe Niemand geschickt. Diese geht vom 12. bis 15. November mit Regionalzügen auf Tour durch alle 16 Landeshauptstädte und sammelt auf ihrem Weg Botschaften behinderter Menschen zum Satz "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden", zur Übergabe ans Bundespräsidialamt. Probleme beim Zugang zum Gesundheitssystem, Benachteiligungen mit ihrem Assistenzhund und Mobbing am Arbeitsplatz sind die drei Themen, die Jennifer Sonntag in ihrem einseitigen Schreiben anspricht.

Im folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten das Statement von Jennifer Sonntag:

"Benachteiligung verboten?

Gesundheitliche Versorgung: Als blinde Ohrenpatientin wurde ich von mehreren Tinnituszentren abgelehnt. Begründung: Für Blinde habe man kein Therapieprogramm. Ich fragte, ob ich das Handbuch mit dem Hörübungsprogramm barrierefrei für den PC bekommen könnte. Man verneinte mit dem Argument, ich könne die elektronische Lesefassung missbräuchlich im Netz vertreiben. Dabei wollte ich sie nur als Nachteilsausgleich blind auf dem Computer nutzen. Die Therapie konnte nicht stattfinden. Mein Ohrenproblem blieb unbehandelt. Für einen vollblinden Menschen ein schwerer Einschnitt. Hier muss das Benachteiligungsverbot noch in vielen Köpfen greifen. Später erlebte ich noch in anderen Kontexten, dass Kliniken und Therapiezentren oft noch nicht mit blinden Patient*innen umgehen können.

Zutrittsrechte für Assistenzhunde: Nachteile erfahre ich, wenn ich mich selbstbestimmt mit meinem Blindenführhund durch den Alltag bewege und dann den Satz höre: „Mit dem Hund kommen Sie hier nicht rein!“ Auch ich muss einkaufen gehen, Verkehrsmittel nutzen und Gebäude aufsuchen, zu denen ein Assistenzhund Zutritt haben sollte. Hier helfen Gesetze sehr, Isolation, Immobilität und Diskriminierung zu vermeiden.

Mobbing am Arbeitsplatz: Mit meiner Initiative „stop.mobb.handicap“ engagiere ich mich gegen mobbingfördernde Strukturen und Systeme am Arbeitsplatz, bei denen Menschen mit Behinderungen die Leidtragenden sind. Gesetzliche, strukturelle, aber auch soziale Schutzfaktoren sind hier im Zusammenspiel sehr wichtig, damit das Vorhaben „Arbeit und Inklusion“ ehrlich gelingen kann.

Herzlichst Jennifer Sonntag"

Weitere Botschaften, die die Reisegruppe NIemand veröffentlichen kann und am 15. November ans Bundespräsidialamt übergeben kann, können an folgende Anschrift geschickt werden:

Per E-Mail an [email protected]

Oder per Post an

Ungehindert

c/o Rolf Allerdissen

Gottschedstr. 19

04109 Leipzig