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Gut und böse wird offengelegt

Martin Hackl im Elektrorollstuhl mit Beatmungsgerät
Martin Hackl
Foto: Privat

Bad Kissingen (kobinet) Wenn sich der Inklusionsbotschafter Martin Hackl zu Wort meldet, macht der dies aufgrund seiner begrenzten Ressourcen für die unterstützte Kommunikation meist in kurzen und für ihn prägnanten Wörtern oder Sätzen. Ansgesichts der aktuellen Debatte um die zukünftige Unterstützung von Menschen wie ihm, die Intensivpflege bei der Beatmung nutzen müssen, war es Martin Hackl ein Anliegen, sich ebenfalls in die Diskussion einzumischen. Gut und böse werde bei dieser Diskussion offengelegt, so eine Äußerung von ihm.

Martin Hackl lebt nun seit einigen Jahren in einer Intensivpflege-Beatmungs-WG mitten in Bad Kissingen, nachdem er zuvor knapp dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Nun muss er rund um die Uhr beatmet werden. Die aktuelle Diskussion um den Referentenentwurf der Bundesregierung über die Intensivbeatmung lässt ihn und seine Wohngemeinschaft natürlich nicht unberührt. Und so äusserte er sich gegenüber seiner Unterstützerin bei der unterstützten Kommunikation Ingrid Stubenvoll wie folgt zu den Plänen von Jens Spahn:

"ätzend provokant lockt er mit dieser idee alle aus ihrem versteck
jeder will sich erklären
gut und böse wird offen gelegt
aber die idee darf nie gesetz werden."

Gerne wäre er beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung am vergangenen Sonntag in Berlin dabei gewesen, um dem Bundesgesundheitsministerium seine Sicht der Dinge zu erläutern. Die Rahmenbedingungen für seine Assistenz und Teilhabe geben eine solche Reise und damit die Interessenvertretung, die er gerne betreiben würde, aber nicht her.