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Verbesserungen der Barrierefreiheit im Forum am Wall abgeschlossen

Daumen hoch
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Foto: Public Domain

Bremen (kobinet) Im März 2018 hatten sich der Verein SelbstBestimmt Leben Bremen, die Stadtgemeinde Bremen und die Eigentümerin des Gebäudes im Rahmen eines gerichtlichen Mediationsverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Bremen darauf geeinigt, dass im Forum am Wall Verbesserungen für die Barrierefreiheit vorgenommen werden. Dieser Mediation war die erste Verbandsklage nach dem Bremischen Behindertengleichstellungsgesetz vorausgegangen. Nun sind die vereinbarten Verbesserungen zur Barrierefreiheit abgeschlossen worden, wie Arne Frankenstein und Wilhelm Winkelmeier von SelbstBestimmt Leben Bremen berichten.

Für die Verbandsklage hatten sich der Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen, die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen und SelbstBestimmt Leben Bremen zu einer Klagegemeinschaft zusammengeschlossen, für die SelbstBestimmt Leben dann stellvertretend handelte. Die vereinbaren Umbaumaßnahmen sind nun – gut ein Jahr später – abgeschlossen, sodass vor allem blinde und sehbehinderte Menschen das Forum am Wall nun ohne Gefahren nutzen und sich dort zielstrebiger orientieren können. Dies hat die Abnahme der Maßnahmen durch den Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen in der vergangenen Woche ergeben, wie es in der Presseinformation von SelbstBestimmt Leben Bremen heißt. 

Konkret wurden folgende Maßnahmen umgesetzt: 

1) Ein taktiles Leitsystem führt vollständig von der Buchtstraße bis zum Eingang am Wall durch das Forum. Es umfasst zudem zwei Wege zur Stadtbibliothek, wobei der eine über die Rampe und der andere über die Treppen am Haupteingang über die Stadtbibliothek führt. Außerdem wurde bei dem in den Weg hineinragenden Pfeiler des Baumhauses ein Aufmerksamkeitsfeld angebracht, um diesen als Hindernis zu kennzeichnen. 

2) Gegenüber der Bestuhlung des Cafés Maître Stefan wurden zwei Handläufe rechts und links angebracht. 

3) Der Zwischenraum zwischen den Blumenkübeln unter der Treppe des Baumhauses ist geschlossen worden. Diese konnte zuvor unterlaufen werden, was eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellte. 

Arne Frankenstein, Vorsitzender des Vereins SelbstBestimmt Leben Bremen, weist zudem darauf hin, dass Menschen mit Behinderungen seit Anfang dieses Jahres die Möglichkeit haben, ein unentgeltliches Schlichtungsverfahren durchzuführen, wenn sie der Auffassung sind, durch Behörden des Landes Bremen oder der Stadtgemeinden Bremen oder Bremerhaven in ihren Rechten auf Herstellung von Barrierefreiheit verletzt zu werden. Die Schlichtungsstelle ist organisatorisch beim Landesbehindertenbeauftragten angesiedelt und mit neutralen Schlichtern besetzt. Sie unterstreiche die Bedeutung, die der Landesgesetzgeber dem Thema Barrierefreiheit beimisst. 

Frankenstein zufolge habe indes gerade der Umbau des Wallforums gezeigt, dass man zusätzlich auch früher ansetzen müsse. "Die Einrichtung der Schlichtungsstelle ist ein wichtiges Instrument, um Mängel in Sachen Barrierefreiheit zukünftig schnell, wirksam und im Dialog zu beseitigen. Mindestens genauso wichtig ist es aber, in allen Behörden die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Barrierefreiheit von Anfang an im rechtlich verankerten Umfang mitgedacht werden kann. Hierfür benötigt es Querschnittsbeauftragte in den senatorischen Dienststellen.“

Link zum kobinet-Interview mit dem Landesbehindertenbeauftragten von Bremen über den Verhandlungserfolg vom 22.3.2018

Link zum kobinet-Bericht "Verhandlungserfolg in Bremen" vomn 20.3.2018