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Barrierefreiheit ist nicht Niveaugleichheit allein

Wappen Bundesland Bremen
Wappen Bundesland Bremen
Foto: Gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggen_und_Wappen_der_L%C3%A4nder_der_Bundesrepublik_Deutschland

Bremen (kobinet) In Bremen sollen zukünftig nur noch 25-cm hohe Haltestellen für Nahverkehrsbusse und Straßenbahnen gebaut werden. Der Landes-Behinderten-Beirat (LBB) verkennt nicht, dass der niveaugleiche Einstieg für viele gehbehinderte Fußgängerinnen und Fußgänger eine deutliche Verbesserung darstellen würde, wird für sie das Einsteigen doch wesentlich erleichtert. Allerdings zeigen die Tests bei der BSAG, dass sich die Situation in Bremen für Personen mit Rollstuhl deutlich verschlechtern würde.

In der Stadtgemeinde Bremen wird debattiert, ob zukünftig nur noch 25 Zentimeter hohe Haltestellen für Nahverkehrsbusse und Straßenbahnen gebaut werden sollen. Dies ergab sich aus den Planungen zur Neugestaltung der ÖPNV-Umsteigeanlage in Bremen-Gröpelingen und zur Umgestaltung des ÖPNV-Knotenpunktes Domsheide in den Jahren 2018 und 2019. Mit 25 Zentimeter hohen Borden an Bus- und Straßenbahnhaltestellen soll erreicht werden, dass das Niveau zwischen dem Fahrzeugboden und dem Bus- und Straßenbahnsteig gleich ist. In der anliegenden Stellungnahme setzen sich der Landesbehindertenbeauftragte und das "Forum Barrierefreies Bremen“ kritisch mit dem "niveaugleichen Einstieg" auseinander.

Diese Maßnahme allein ist aber nicht dazu geeignet, so wird in der gemeinsamen Stellungnahme des Landesbehindertenbeauftragen und des Forum "Forum barrierefreies  Bremen" betont, dem Ziel der vollständigen Barrierefreiheit näherzukommen, es sei denn, es werden ergänzend hierzu Vorkehrungen ergriffen, wie beispielsweise die zusätzliche Ausstattung der Busse und Straßenbahnen mit einer elektrischen Minirampe, die den verbleibenden Höhenunterschied und Spalt überbrückt. Eine solche Maßnahme ist nach Aussagen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BSAG bisher aber nicht vorgesehen, auch nicht bei den neuen Straßenbahnen, die ab 2020 in Bremen schrittweise in Betrieb genommen werden sollen. Ohne ergänzende Maßnahmen führt der Bau „niveaugleicher Einstiege“ voraussichtlich aber weitgehend zum Ausschluss der Personengruppe von Menschen mit Rollstuhl von derNutzung des ÖPNV in Bremen, etonen die Autoren dieser Stellungnahhme, welche unter diesem Link insgeamt nachzulesen ist..

Ein Gedanke zu „Barrierefreiheit ist nicht Niveaugleichheit allein

  1. Rainerharald

    Habe Probleme, die o.g. Bedenken zu teilen. In Berlin ist es in vielen Bereichen des ÖPNV möglich selbsständig ein und auszusteigen ohne die vorgehaltenen Rampen zu Nutzen.
    Berliner S-Bahn, bei allen modernen Zügen, ist das Ein und Aussteigen ohne Rampe möglich. Bei den wenigen älteren Wagen hilft der Zugführer mit einer Rampe. Strassenbahn: Bei den FLEXITY Zügen kann ich fast überall ohne fremde Hilfe einsteigen. Bei älteren Bahnen ist eine Rampe vohanden die vom Zugführer bedient wird. Alle Busse haben eine eingebaute Rampe. An vielen Bus Haltestellen ist durch den Einsatz des Kasseler Bord ein Einsteigen mit, aber auch ohne vorhandener Rampe möglich. Seit einiger Zeit wird das erhöhte Kasseler-Bord eingesetzt, welches ein Einsteigen ohne Rampe ermöglicht. Die Einstieg ist quasi auf gleichen Niveau.
    Klar ist, das die Einstiegshöhe durch die Anzahl der Fahrgäste variiert.

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