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Medizinischer Dienst soll unabhängiger werden

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Foto: kobinet

Düsseldorf/Berlin (kobinet) Das Bundeskabinett hat gestern das "Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen“ (MDK-Reformgesetz) verabschiedet, das in Zukunft eine strukturelle Unabhängigkeit der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung von den Krankenkassen vorsieht. Für den Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen ist dies zumindest ein erster Beitrag, um das Vertrauen der Betroffenen in die Arbeit der MDK zu stärken.

"Bisher haben viele Menschen den Eindruck, dass deren Gutachter vor allem dazu da sind, Kosten für die Kassen einzusparen. Das hören wir häufig in unseren Beratungsgesprächen“, so der Landesvorsitzende des VdK Nordrhein-Westfalen, Horst Vöge. Er erläutert weiter: "Die MDK begutachten gesetzlich versicherte Patienten und Pflegebedürftige. Ihre Einschätzung entscheidet etwa darüber, welchen Pflegegrad eine Person bekommt, ob sie weiter krankgeschrieben wird, ihr das Hilfsmittel zusteht oder gar ein Behandlungsfehler vorliegt. Sie schätzen für die Menschen oft lebensnotwenige Gesundheits- und Pflegeaspekte ab.“ Insofern begrüßt der VdK-Landesverband Nordrhein-Westfalen ausdrücklich, dass den Gremien der MDK zukünftig auch Patienten, Pflegebedürftige und Organisationen für Menschen mit Behinderungen angehören sollen.

Gleichzeitig betont Horst Vöge jedoch: "Aus unserer Sicht könnte der Gesetzgeber noch einen Schritt weitergehen! Wir brauchen eine echte Reform, in der die Vertreter der direkt Betroffenen in den Verwaltungsräten gleich viel Gewicht und damit die Chance bekommen, ihre Belange durchzusetzen. Schließlich sprechen sie für diejenigen, die von den Entscheidungen der Dienste unmittelbar betroffen sind.“

3 Gedanken zu „Medizinischer Dienst soll unabhängiger werden

  1. rgr

    Mein Vertrauen in die medizinischen Dienste der Krankenkassen sind nicht größer als mein Vertrauen in die Arbeit des Gemeinsamen Bundesausschusses. In einer Zufallsstichprobe habe ich mir den letzten veröffentlichten Beschluss des gemeinsamen Ausschusses einmal näher angesehen. -> https://www.g-ba.de/beschluesse/3825/

    In dem Beschluss geht es darum zwei Arzneimittel miteinander zu vergleichen, um so einen gemeinsam zu entgeltenden Preis zu ermitteln. Der Beschluss ist, das sich die beiden Mittel bei der Therapie pulmonaler arterieller Hypertonie so unterscheiden, das ein gemeinsamer Preis nicht ermittelt werden kann. Schließlich scheinen wohl auch klinische Studien an Kindern und Jugendlichen zu fehlen.

    Der größte Teil des Umsatzes dürfte aber nicht auf die Therapie dieser schweren und ernsten Herz Lungen Erkrankung entfallen, da der Wirkstoff wegen seiner Beeinflussung der Dauer der Erektionsfähigkeit des mänlichen Gliedes gerne von Ärzten verschrieben wird.

    Nun stellte ich mit die Frage, welche Lobbyorganisationen zur Anhörung den Entwurf zugestellt bekamen und treffe unter 'Stellungnahmeverfahren zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie nach § 35 Absatz 2 Sozialgesetzbuch V' auf:

    - Deutscher Zentralverein Homöopathischer Ärzte e. V.
    - Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte e. V.

    Keiner der Beiden hat die Gelegenheit für eine öffentliche Stellungnahme genutzt. Das heißt jedoch nicht, das diese in den besagten paritätisch zu besetzenden Gremien keinen Einfluss hätten.

    Es ist nach vielen Anderen auch Jan Böhmermann zu verdanken, dieses Treiben durch ein helleres Licht der Öffentlich ausgeleuchtet zu haben.

    Sag noch einer Unterhaltung würde der Bildung schaden!

  2. rgr

    "Wir brauchen eine echte Reform, in der die Vertreter der direkt Betroffenen in den Verwaltungsräten gleich viel Gewicht und damit die Chance bekommen, ihre Belange durchzusetzen."

    Warum endet der mutige Aufbruch von Horst Vöge bei der Forderung nach Parität (gleich viel Gewicht)? Wir Versicherten wollen und müssen doch einen Durchbruch realisieren! Wir sehen es nicht länger ein, dass das Stimmgewicht der Arbeitgeber künstlich auf mindestens Parität verankert ist, obgleich doch Arbeitgeber auch nur Menschen sind und gleiches Stimmrecht und gleiches Stimmgewicht die Demokratie zieren sollte.

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