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Zeitreise durch Architektur und Baumkronen

Historisches Heizhaus und Museum in Beelitz-Heilstätten
Historisches Heizhaus und Museum in Beelitz-Heilstätten
Foto: H. Smikac

BEELITZ-HEILSTäTTEN (KOBINET) Zum Beginn der Reisesaison 2019 veröffentlichen wir bei kobinet Hinweise zu Reisezielen, welche auch für Urlaubsreisen von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet sind. Heute geht es dabei um das südlich von Berlin gelegene Beelitz-Heilstätten.

Dieser Teil der Stadt Beelitz wurde vor allem durch seine im Jahr 1902 gebaute Lungenheilstätte mit Sanatorium bekannt. Auf rund 200 Hektar war hier eines der größten Krankenhäuser im Umland von Berlin entstanden, das heutzutage noch in einem kleinen Teil genutzt wird. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Sowjetarmee das Gelände übernommen und die frühere Heilstätte war bis zum Jahr 1994 deren größtes Militärhospital im Ausland. Danach begann die Anlage zu verfallen, ist jedoch weiterhin als historische Anlage in ihren Ausmaßen zu besichtigen.

Sehenswert sind vor allem erst einmal die Anlage der Heilstätten selbst, die es sogar in doppelter Ausführung gab - ein Teil für männliche Patienten und ein Teil für weibliche  Patienten. Als Besucher kann man allein das Gelände erkunden, besser und interessanter wäre jedoch, sich dazu einer Führung anzuschließen. Diese wird von einem Förderverein angeboten, der auch das Museum im Heiz- und Maschinenhaus betreibt. Unter sachkundiger Anleitung wird man so auch auf betreuerische wirtschaftliche und ökologische Spitzenleistungen aufmerksam gemacht, die auch in unserer Zeit noch von Bedeutung sind: die nach Süden ausgerichteten Patientenzimmer, die breiten Flure und hellen Liegehallen sowie die Ruhezonen in frischer Luft. Die gesamte Anlage wurde über ein mehr als zehn Kilometer langes Kanalnetz unterirdisch zentral mit Wärme, Elektroenergie sowie Trink- und Warmwasser versorgt und frisches Gemüse sowie andere Lebensmittel wurden nicht gekauft sondern in zwei eigenen Landwirtschaftsgütern erzeugt.

Eine weitere Attraktion ist die Ausstellung "Baum und Zeit". Sie gibt den Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit, einen Spaziergang durch die Parkanlagen zu machen und so die historisch interessante Architektur kennen zu lernen, beziehungsweisen die frühere Chirurgie mit ihren Operationsräumen zu besichtigen. Dieses Erlebnis gibt es nicht nur zu ebener Erde sondern auch in Nachbarschaft der Baumkronen, auf einem bis zu 23 Meter hohem Baumkronenpfad, der teilweise ganz dicht an die Ruinen der Gebäude heranführt. Der 40 Meter hohe Aussichtsturm ist nur über Treppen zu erreichen.


Wanderung auch mit Rollstuhl durch die Baumkronen Foto: H.Smikac 

Die bisher genannten Sehenswürdigkeiten und Erlebnisräume der Beelitzer Heilstätten sind alle ebenerdig und somit auch für Besucher mit Gehbehinderung oder Rollstuhl zugänglich und erlebbar. Neben Restaurants stehen hier, wie auch am Barfußpfad, Toiletten für Besucher mit Rollstuhl zur Verfügung. Im Bezug auf den Barfußpark trifft das hinsichtlich der ebenerdigen Zugänglichkeit nur begrenzt zu. Um das "Barfuß-Erlebnis" auf den drei Rundwegen und mehr als 60 Stationen haben zu können, muss man natürlich gehfähig sein oder mit der erforderlichen Hilfe und Assistenz anreisen.


Wanderung auch mit Rollstuhl entlang der Ruinen der früheren Kurklinik Foto: H.Smikac 

Nach Beelitz-Heilstätten anreisen kann man übrigens sowohl mit einem Auto wie mit dem Regionalexpress, welcher zwischen Berlin und Bad Belzig, sowie Dessau verkehrt. Die Bahnsteige sind hier ebenerdig zugänglich. Wer mit dem Auto reist, findet direkt an der Abfahrt 2 (Beelitz-Heilstätten, Fichtenwalde) der Bundesautobahn 9 unmittelbar beim Kreisverkehr nach der Abfahrt auch die Zufahrten zu den Parkplätzen.