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Kunst ertasten und hören

Tastgemälde der „Kleinen Prinzessin“ im maßangefertigten Koffer
Tastgemälde der „Kleinen Prinzessin“ im maßangefertigten Koffer
Foto: inkl.Deisgn GmbH, Thomas Hedrich

BERLIN (KOBINET) Zum Beginn der Reisesaison 2019 veröffentlichen wir bei kobinet Hinweise zu Reisezielen, welche auch für Urlaubsreisen von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet sind. Heute geht es dabei Kunst, die man ertasten kann und von welcher man ebenso eine akustische Beschreibung bekommt.

Nun sind Kunstwerke, die als tastbare Version erhältlich sind, nicht unbedingt etwas ganz Neues. In vielen Städten gibt es bereits Tastmodelle der Innenstädte. Ebenso Bilder, die in Museen auch taktil vorhanden sind, gibt es bereits. Als schlüssige Weiterentwicklung des inklusiven Gemäldeführers hat die Berliner Inkl. Design GmbH gemeinsam mit dem Stadtmuseum Oldenburg und dem Regionalverein des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen die bisherigen Angebote dazu weiterentwickelt.  

Zwei Gemälde aus der ständigen Sammlung des Stadtmuseums Oldenburg, die „Kleine Prinzessin“ und das Landschaftsgemälde „Maler vor römischer Ruine“ waren bisher für blinde und sehbehinderte Besucher nicht zugänglich. Das wurde geändert. Deshalb haben die inkl-Designer aus Berlin gemeinsam mit dem Stadtmuseum Oldenburg ein Konzept entwickelt und umgesetzt, welches ausgewählte Gemälde der Ausstellung für alle erfahrbar macht. Gemeinsam mit dem Regionalverein Oldenburg des Sehbehindertenverband Niedersachsen wurde ein maßgerechter Koffer entwickelt, der jeweils ein Tastgemälde enthält, welches die Bildinhalte, zum Beispiel die schöne Spitze an Kleid und Kopfschmuck der kleinen Prinzessin, durch verschiedene Strukturen und Höhen tastbar macht. Im Hintergrund der hochtransparenten Tastoberfläche liegt ein farbiger Druck des Originalgemäldes. Auch an den prächtigen Rahmen, dessen Relief die Fingerspitzen ebenfalls höchst vergnüglich fordert, wurde gedacht.

Zusätzlich befindet sich in jedem Koffer ein sehr besonderes Begleitheft in Schwarz- und Brailleschrift, das ebenfalls gemeinsam entwickelt wurde und die einzelnen Bildbereiche schrittweise genau erklärt. Taktile Abbildungen der Details und umfangreiche Erklärungen als umfangreicher Audiodeskriptionstext, welcher über einen Hörstift oder das eigene Smartphone abhörbar ist, komplettieren das Angebot. Und weil es so eben praktischer  ist, wurde der geöffnete Kofferdeckel überdies als Schrägpult gestaltet, welches das Tasten des Bildes noch angenehmer macht.

Mehr zu diesem Projekt im Stadtmuseum Oldenburg ist auf dieser Internetseite nachzulesen.