Werbung

Springe zum Inhalt

Kiezspaziergang mit Gästen

Beim Stadtspaziergang in Berlin
Beim Stadtspaziergang in Berlin
Foto: Ch. Smikac

BERLIN (KOBINET) Gäste aus Behindertenorganisationen aus 13 asiatischen und osteuropäischen Ländern, welche jetzt selbständig sind, aber einst Teil der Sowjetunion waren, hatten Ende März in Berlin an der Internationalen Konferenz "Teilhabe an Kultur, Sport und Tourismus - Leben ohne Barrieren" teilgenommen. Diese internationale Konferenz wurde vom Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland "Für Selbstbestimmung und Würde" vorbereitet und durchgeführt. Teil der Tagung war auch ein Kiezspaziergang in Berlin.

Nach der Hauptveranstaltung, einer Konferenz im Paul-Loebe-Haus des Deutschen Bundestags, hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Workshops zum Erfahrungsaustausch zu den Aspekten "Barrierefreier Tourismus", "Kultur ohne Barrieren" sowie "Sport inklusiv" aufgeteilt.

Im Workshop zum barrierefreien Tourismus zeigten die Gäste aus den postsowjetischen Ländern große Aufmerksamkeit und verfolgten die Ausführungen darüber, wie sich der barrierefreie Tourismus in Deutschland entwickelt. Interessiert wurden dabei die Beiträge der Vertreterin von Visit Berlin und die Informationen zur Arbeit der NatKo und dem Zertifizierungssystem "Reisen für Alle" sowie der Beitrag von Christian von Rumohr aufgenommen, der als Direktor des gastgebenden Hotels sowie Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Barrierefrei bei den Visit Berlin-Partnerhotels teilgenommen hatte. Zugleich berichteten der stellvertretende Vorsitzende des Behindertenverbandes Belarus und der stellvertretende Vorsitzende des Behindertensportverbandes Russlands über in ihren Ländern erreichte Barrierefreiheit touristischer Angebote.

Ein Möglichkeit den Erfahrungsaustausch breiter fortzuführen und die Stadt etwas kennenzulernen stellte der sich am Nachmittag anschließende Stadtspaziergang dar. Dabei äußerten sich die Gäste aus dem Ausland lobend über die in Berlin erreichte Barrierefreiheit und interessierten sich, zum Beispiel, für die Details einer Wall-Toilette. Die Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland freuten sich über die Möglichkeit, in der Gedächtniskirche die Stalingradmadonna persönlich sehen und entspannt durch den Zoo bummeln zu können. Zugleich war ihnen jedoch auch der Stoßseufzer der Begleiter nicht entgangen, der manchmal zu vernehmen war, wenn der Fahrstuhl am Bahnhof wirklich funktionierte und nicht ausgerechnet jetzt gestört war. Ebenso hatten sie nicht übersehen, dass die Wege an manchen Straßenübergängen an den Radwegen etwas "mehr eben" als bei den Fußwegen waren. Schließlich war ihnen auch die eine Begegnung mit einem Berliner Busfahrer nicht erspart geblieben, der klarstellt: "Mehr wie drei Rollstühle gehen nicht !" Zum Glück war ein deutscher Begleiter da, der das verstanden hatten, mit zurückbleiben konnten und Berlin so gut kannten, das sie die richtige Haltestelle zum Ausstieg ohne Hilfe fanden.

Wie auch die Konferenz selbst wurden Workshop und Stadtspaziergang von den ausländischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern als hilfreichen Erfahrungsaustausch eingeschätzt. Sie fuhren, wie sie versicherten, nun mit vielen guten Eindrücken und wichtigen Erfahrungen aus Deutschland nach Hause.