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Kritik an Empfehlung zu Bluttests

Corinna Rüffer
Corinna Rüffer
Foto: MARCO PIECUCH

BERLIN (KOBINET) Die Beschlussempfehlung des Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) zur Kostenübernahme von genetischen Bluttests durch die Gesetzliche Krankenversicherung sorgt bei Corinna Rüffer, Sprecherin für Behindertenpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, für Kritik. Die gestern vom G-BA veröffentlichte Beschlussempfehlung sei ein weiterer Schritt, vorgeburtliche Bluttests auf Trisomien zur Kassenleistung zu machen. "Es ist sehr fragwürdig, dass der G-BA nicht die Orientierungsdebatte abgewartet hat, die dazu Anfang April im Bundestag stattfindet. Immerhin hatte der G-BA Vorsitzende Josef Hecken selbst eine solche ethisch-politische Debatte eingefordert."

"Die Bluttests zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13, 18 und 21 sind nur ein erster Schritt. Künftig werden viele weitere Behinderungen und Krankheiten mit solchen Tests erfassbar sein. Wir müssen die gesellschaftliche Debatte über unseren Umgang mit behinderten Menschen bzw. ihre vorgeburtliche Aussortierung, die diese Tests ermöglichen, in aller Ruhe und Tiefe führen. Mit seiner Empfehlung greift der G-BA dieser Diskussion vor und prägt den ethisch fragwürdigen Tests ein bedenkliches Gütesiegel auf", kritisiert Corinna Rüffer.