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Sechste Pride Parade in Berlin

Von der Pride Parade 2017
Von der Pride Parade 2017
Foto: Rolf Barthel

BERLIN (KOBINET) Die sechste „behindert und verrückt feiern" Pride Parade geht am 22. Juni auf die Straße. Ab 15 Uhr werden behinderte, verrückte, eigensinnige und normalgestörte Menschen und ihre Unterstützer*innen durch Berlin ziehen, sich selbstbewusst so zeigen, wie sie sind, und gegen Diskriminierung demonstrieren. Das Motto der diesjährigen Parade ist „Kämpfe verbinden - Normen überwinden", teilte heute das Organisationsteam mit.

In der Gesellschaft herrschen strikte Vorstellungen von dem, was „normal" ist. Und wir alle haben die Erfahrung gemacht, dass wir angeblich „nicht normal" sind. Viele spüren das Tag für Tag. Mit der Parade sagen wir: Wir haben genug davon! Obwohl die Worte „Teilhabe" und „Inklusion" in aller Munde sind, sieht die Realität anders aus. Behinderte, Verrückte und chronisch kranke Menschen werden verunsichert und ausgegrenzt. Deshalb gehen wir gemeinsam auf die Straße und fordern Barrierefreiheit und Assistenz für alle und überall!

Die Parade möchte einen sicheren Raum anbieten – damit alle zusammen ein politisches Zeichen setzen können. An Barrierefreiheit ist gedacht. Es gibt ein Unterstützungsteam, das jederzeit angesprochen werden kann, und es gibt Möglichkeiten zum Ausruhen. Die Redebeiträge werden in Deutsche Gebärdensprache übersetzt.

Der Umzug geht an der Jannowitzbrücke mit einer Kundgebung los. Dann tanzt der Zug über die Heinrich-Heine-Straße mit einem Zwischenhalt am Moritzplatz. Vor dem Südblock am Kottbusser Tor gibt es die Schlusskundgebung mit einem Bühnenprogramm. Dabei wird auch die „Glitzerkrücke" verliehen, ein Negativpreis, der für Vereine, Unternehmen, Institutionen oder Gesetze bestimmt ist, die sich besonders darin ausgezeichnet haben, Behinderte und Verrückte auszugrenzen und zu benachteiligen.

Die Pride Parade wird von einem Bündnis aus behindertenpolitischen, psychiatriekritischen, feministischen und queeren Einzelpersonen organisiert.