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Mit Recht auf dem Eis in Wien

Roswitha Schachinger und Martin Ladstätter mit E-Rollis auf dem Eis
Roswitha Schachinger und Martin Ladstätter mit E-Rollis auf dem Eis
Foto: Martin Ladstätter

WIEN (KOBINET) Während der Frühling schon um die Ecke schaut, haben sich Roswitha Schachinger und Martin Ladstätter noch einmal auf's Eis gewagt. 2017 hatten die beiden mit einer Schlichtung im Rahmen des österreichischen Behindertengleichstellungsgesetzes erreicht, dass sie wie alle anderen auch mit ihren Elektrorollstühlen auf's Eis, auf die Eisstockbahn, vor dem Wiener Rathaus dürfen. Dass diese Einigung nachhaltig wirkt zeigt, dass sie sich nicht nur im letzten, sondern auch in diesem Winter auf das zum Glück nicht ganz so dünne Eis in Wien gewagt und dabei viel Spaß hatten.

Ausgangspunkt der Geschichte war nach Informationen von Roswitha Schachinger, dass ihr und Martin Ladstätter vor zwei Jahren verweigert wurde, die Eisfläche, die im Winter vor dem Rathaus in Wien aufgebaut wird, zu nutzen. „Das ist in Wien ein großes gesellschaftliches Ereignis, von dem wir nicht so einfach ausgeschlossen werden wollten", so Roswitha Schachinger, „denn Eislaufen mit Elektrorollstuhl ist nicht nur möglich, sondern macht auch riesigen Spaß."

Gesagt, getan: die beiden haben diese Ablehnung damals nicht so einfach auf sich sitzen lassen und ein Schlichtungsverfahren im Rahmen des österreichischen Behindertengleichstellungsgesetzes eingeleitet. „Und wir hatten Erfolg. Vor kurzem bekamen wir die freudige Nachricht, dass wir im kommenden Winter, wie alle anderen auch, aufs Eis können. Dabei freuen wir uns nicht nur für uns selbst, sondern auch für viele andere behinderte Menschen, dass dieser ungerechtfertigte Ausschluss überwunden werden konnte", hatte Roswitha Schachinger im Sommer 2017 gegenüber den kobinet-nachrichten erklärt. Um sicher zu gehen, dass dies auch funktioniert, hatte sie das Befahren des Eises im vorletzten Winter schon einmal getestet, heimlich.

Im Gegensatz zum deutschen Behindertengleichstellungsgesetz, in dem mit der im letzten Jahr in Kraft getretenen Reform nun auch Schlichtungsverfahren mit Bundesbehörden möglich sind, sind diese in Österreich auch für den privatrechtlichen Bereich möglich. „Und das ist total wichtig, denn die meisten Diskriminierungen finden nicht in Bundesbehörden, sondern dort wo wir leben statt, also vor Ort in den Gemeinden und in der Nachbarschaft", wie Roswitha Schachinger aus eigener Erfahrung zu berichten weiß. Und es funktioniert, wie die beiden erst vor kurzem auf der Wiener Eisfläche erleben konnten.