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Demo für Fortsetzung inklusiver Ausbildung in Mainz

Drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ForseA e.V.

MAINZ (KOBINET) Im Berufsförderungswerk Mainz wurde nach Ansicht des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) Inklusion schon gelebt, als man dieses Wort noch gar nicht im Behinderungszusammenhang benutzte. Seit 1966 werden hier blinde, sehbehinderte und sehende Menschen gemeinsam ausgebildet. Der Erfolg gibt den Mainzern recht: Mehr als 90 Prozent der Menschen, die hier einen medizinisch-therapeutischen Beruf erlernen, werden sofort im Anschluss an ihre Ausbildung in Arbeit vermittelt. Nun jedoch droht dem in vielerlei Hinsicht einzigartigen Konzept das Aus - und zwar ausgerechnet wegen seiner inklusiven Ausrichtung, wie der Newsletter dbsv-direkt berichtet. Am 18. Februar findet daher ein Demonstration in Mainz statt.

"Anlass ist eine eigentlich positive Entwicklung: Wie andere Bundesländer auch hat Rheinland-Pfalz das Schulgeld für die physiotherapeutische Ausbildung abgeschafft. Während beispielsweise Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen seit dem 1. Januar ihre Schulen landesfinanzieren, hat Rheinland-Pfalz den Weg gewählt, Physiotherapieschulen in die Trägerschaft von Krankenhäusern zu überführen. Nun stellt sich heraus, dass das nicht in allen Fällen funktioniert: Die Träger des Berufsförderungswerks, unter ihnen auch der DBSV als Hauptgesellschafter, haben diesen Weg prüfen lassen und er kommt für die inklusiv ausbildende Berufsfachschule nicht in Frage", heißt es in dbsv-direkt. Die Rechnung sei einfach: Wenn das BFW Mainz für seine ca. 65 selbst zahlenden Physiotherapie-Schülerinnen und -Schüler keine Landesfinanzierung bekommt, dann bleiben diese weg. Das wäre der Todesstoß für die inklusive Ausbildung in Mainz, für die Einrichtung in ihrer bisherigen Form und mutmaßlich sogar für die Einrichtung insgesamt.

"Das hat die Schülerinnen und Schüler des Berufsförderungswerks nicht ruhen lassen, denn sie brauchen die inklusive Ausbildung als Vorbereitung für einen erfolgreichen Berufsweg. Am Montag, dem 18. Februar findet deshalb eine Demonstration für die Rettung der gelebten Inklusion am BFW Mainz statt. Der DBSV unterstreicht und unterstützt das Anliegen, wie DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke betont: 'Als Verband kämpfen wir dafür, dass eine der wichtigsten und erfolgreichsten Ausbildungen für blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland, die inzwischen auch hörbehinderte Menschen nutzen, erhalten bleibt'", heißt es in dbsv-direkt.

Die Demonstration findet am Montag, den 18. Februar ab dem Treffpunkt auf dem Vorplatz des Mainzer Hauptbahnhofs um 13:30 Uhr vom Bahnhofplatz über Bahnhofstraße, Kaiserstraße, Zanggasse, Hintere Bleiche, Bauhofstraße, Große Bleiche, Lotharstraße, Adolf-Kolping-Straße, Pfandhausstraße, Stadthausstraße, Alte Universitätsstraße und Schöfferstraße zum Gutenbergplatz in Mainz statt. Die Abschlusskundgebung beginnt um 14:30 Uhr auf dem Gutenbergplatz vor dem Mainzer Staatstheater. Zu den Rednern wird auch Andreas Bethke gehören.