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Gute Arbeit für Menschen mit Behinderung
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Bahnstrukturen und MSZ

Freie Fahrt
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Foto: hs

FRANKFURT AM MAIN (KOBINET) In den vergangenen Tagen hatten kurzfristige Veränderungen bei der Arbeit der Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn für Erstaunen, Verärgerungen und auch Enttäuschungen geführt  Die "kobinet Nachrichten" haben deshalb bei der Deutschen Bahn nachgefragt. Dazu liegt jetzt eine Antwort von den Verantwortlichen der Deutschen Bahn vor. Darin wird vor allem versichert, dass Menschen mit Behinderungen für die Deutsche Bahn (DB) eine bedeutende Kunden- und damit Zielgruppe darstellen und die Bedürfnisse von Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen der Bahn nach wie vor besonders am Herzen liegen.

Deswegen erarbeitet die Deutsche Bahn alle fünf Jahre gemeinsam mit Betroffenen ein Programm zur Barrierefreiheit der DB, um barrierefreies Reisen kontinuierlich zu verbessern. Zudem helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Mobilitätszentrale (MSZ) bundesweit bei der Planung und Buchung der Reise und organisieren kostenlos notwendige Hilfen beim Ein-, Um- und Aussteigen – auch, wenn die Reise ganz oder teilweise mit einem nicht DB-eigenen Eisenbahnverkehrsunternehmen („Dritt-EVU“) stattfindet. Die MSZ bietet kostenfreie Hilfestellungen für alle Bahnreisenden - auch für Kunden von Wettbewerbsbahnen, sofern diese Partner der MSZ sind. Im Sinne des besten Service für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen wünscht sich die Deutsche Bahn, dass alle Wettbewerbsbahnen Partner der MSZ werden und Reisende mit Mobilitäts- einschränkungen nur einen Ansprechpartner haben.

Der unternehmensübergreifende Service der Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) wurde jedoch zum 1. Februar neu organisiert, um eine gerechte Kostenteilung der beteiligten Wettbewerbsunternehmen zu gewährleisten. Diesen Service hat die DB in der Vergangenheit für die Wettbewerbsunternehmen organisiert – ohne vertragliche Basis und unentgeltlich. In den zurückliegenden vier Jahren sind die Reisendenzahlen, die eine Hilfeleistung in Anspruch genommen haben, um rund 50 Prozent gestiegen (von 564.000 Hilfeleistungen im Jahr 2015 auf über 850.000 Hilfeleistungen im Jahr 2018). Damit ist auch eine Kostensteigerung verbunden. Um die Kosten gerecht zu teilen und den Service für mobilitätseingeschränkte Reisende auch weiterhin aus einer Hand zu organisieren, hat die DB allen betroffenen Eisenbahnunternehmen einen Vertrag zu den Leistungen der Mobilitätsservice-Zentrale angeboten. Es geht hierbei nur um die Verrechnung zwischen den Eisenbahnunternehmen, für Reisende bleibt der Service der MSZ selbstverständlich kostenfrei. Das Angebot der DB zum gemeinsamen Betrieb der MSZ haben derzeit 15 Unternehmen angenommen. Eine Übersicht der teilnehmenden Unternehmen gibt es unter diesem Link. Die anderen Unternehmen organisieren den Service für ihre Kunden künftig eigenständig oder sind im Gespräch mit der DB. Antworten zum Verfahren mit Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnunternehmen, welche die Leistungen der Mobilitätsservice-Zentrale nutzen, können hier nachgelesen werden.

Die MSZ konnte bis dato Hilfeleistungen für andere Eisenbahnunternehmen nur in Bahnhöfen organisieren, die mit Servicepersonal der DB besetzt sind. Heute kann die MSZ für Eisenbahnunternehmen, die am Verfahren mit der MSZ teilnehmen, Hilfeleistungen auch für Bahnhöfe, die nicht mit Servicepersonal der DB besetzt sind, anmelden. Der MSZ liegen nun alle relevanten Informationen und Ansprechpartner der anderen Eisenbahnunternehmen vor, die für das Geben von Auskünften und das Anmelden von Hilfeleistungen zwingend erforderlich sind. Die Hilfeleistung beim Ein- und Ausstieg an diesen Bahnhöfen erfolgt durch das Servicepersonal des Eisenbahnunternehmens. Wichtig ist, dass diese Veränderungen nur die MSZ der DB betreffen. Der Service durch DB Servicemitarbeiter an den Bahnhöfen bleibt unverändert bestehen.

Dritt-Unternehmen, die keinen Vertrag mit der MSZ geschlossen haben, gehen nun direkt auf DB Station&Service zu. DB Station&Service organisiert dann wie bisher das Ein-, Aus- und Umsteigen an den Bahnhöfen mit Servicepersonal. DB Station&Service arbeitet als Infrastrukturunternehmen diskriminierungsfrei. Jedes Eisenbahnunternehmen ist aufgrund der EU-Fahrgastrechteverordnung gesetzlich verpflichtet, Reisende mit Mobilitätseinschränkungen zu befördern und bestmöglich zu unterstützen. Die MSZ übernimmt diese Leistungen für Wettbewerbsunternehmen gern, kann dies jedoch nicht länger unentgeltlich tun.