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Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung sinkt

Logo der Bundesagentur für Arbeit
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Foto: BA

BONN (KOBINET) Nach einer Information der Aktion Mensch gibt es eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung, jedoch dauert die Jobsuche überwiegend ein Jahr. Die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt folgt weiter einem positiven Trend: Erneut sinkt die Zahl der Arbeitslosen mit einer Behinderung auf ein Rekordtief von 162.373 Suchenden (Vorjahr: 170.508). Gleiches gilt für die Arbeitslosenquote Schwerbehinderter, sie liegt bei 11,7 (12,4) Prozent.

Das geht aus dem aktuellen Inklusionslagebarometer Arbeit der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institute (HRI) hervor. „Insgesamt entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung seit sechs Jahren konstant positiv – das ist ein Erfolg“, sagt Prof. Bert Rürup, Präsident des HRI. „Trotzdem profitieren Menschen mit Handicap nicht im gleichen Maße von der guten Konjunktur wie die Allgemeinheit.“ Es bleibe wichtig, die Problemfelder auszumachen und hierfür Lösungen zu schaffen. Denn der Abstand zur allgemeinen Arbeitslosenquote (5,7 Prozent) der Menschen ohne Behinderung hat sich in diesem Jahr erstmals wieder vergrößert.

Die Studie offenbart nach wie vor gravierende Probleme: So suchen Arbeitslose mit Behinderung trotz leichter Verbesserung noch immer durchschnittlich 366 (Vorjahr: 377) Tage nach einer Beschäftigung. Das sind 104 Tage länger als Menschen ohne Beeinträchtigungen/ Menschen ohne Handicap. Auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist mit 44,4 (45,8) Prozent deutlich höher als bei Menschen ohne Behinderung (35,6 Prozent).

Das Dilemma ist somit: Die Dauer der Arbeitslosigkeit wirkt – neben dem Lebensalter und der Schwerbehinderung – zusätzlich als wesentliches Vermittlungshemmnis. Immer mehr Firmen wachsen und haben die gesetzliche Verpflichtung, ab einer Größe von 20 Mitarbeitern auch Menschen mit Behinderung einzustellen. Diese Zahl stieg um fast 4.000 auf über 160.000 Betriebe. Damit nimmt auch die Anzahl der zu besetzenden Pflichtarbeitsplätze zu. Die aufstrebenden Firmen wählen jedoch statt der Einstellung eines neuen Mitarbeiters mit Behinderung häufig die Möglichkeit, eine Ausgleichsabgabe zu zahlen. Dadurch erhöht sich die Zahl der unbesetzten Pflichtarbeitsplätze auf 37.182 (32.000). „Gerade kleinere Unternehmen, die erstmals unter die Beschäftigungspflicht fallen, wissen zu wenig über Fördermöglichkeiten und Mitarbeiter mit Behinderung“, sagt Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch.