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Sonderstrukturen abschaffen

Raul Krauthausen unterwegs am Laptop
Raul Krauthausen unterwegs am Laptop
Foto: Andi Weiland

BERLIN (KOBINET) Raul Krauthausen, Aktivist für Behinderten-Rechte, hat nach der RTL-Sendung „Team Wallraff" heute im Interview mit der Berliner Zeitung gefordert, Sonderstrukturen abzuschaffen und behinderte Menschen in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Diese Zustände müssten jetzt unbedingt an die Öffentlichkeit, so der 36-Jährige, der selbst fünf Tage lang undercover in einem Behindertenheim war. "Viele Betroffene erzählen ähnliche Dinge, seien es Bewohner oder Beschäftigte. Dabei geht es in unserer Kritik nicht um den Berufszweig der Pfleger oder um einzelne Mitarbeiter, sondern um Strukturen, die das zulassen und nicht publik werden", betont Krauthausen.

Er kritisierte die totale Isolation von Menschen mit Behinderung innerhalb der Mehrheitsgesellschaft: "Sie befinden sich dort in der Abhängigkeit von anderen Menschen, die sie misshandeln können. Man spricht auch von der so genannten totalen Institution. Wir sind im Übrigen entsetzt von den Reaktionen der Leitungen der Lebenshilfe und der Werkstätten auf die Berichte. Es fehlt dort an Empathie und Solidarität. Die Verantwortlichen tun so, als ob das alles etwas Neues wäre. Sie wischen Verantwortung weg und zeigen auf andere, so dass am Ende niemand die Verantwortung übernimmt und die Zustände so bleiben, wie sie sind."

Als einzigen Ausweg aus dem Dilemma sieht Krauthausen "die Abschaffung von Sonderstrukturen und das Reinholen von behinderten Menschen in die Mitte der Gesellschaft. Wir brauchen Regelschulen, kleine Wohngruppen und die Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Das heißt: Wir müssen andere Strukturen aufbauen, statt einzelne Maßnahmen in bestehenden Strukturen wie Sonderrichtungen zu verbessern." Umdenken, kein „Weiter so".

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