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FREIBURG (KOBINET)
FREIBURG (KOBINET) Die drohende Abschiebung von Dirk Bergen aufgrund der Verweigerung von Assistenzleistungen durch das Freiburger Sozialamt hat nicht nur bundesweit Schlagzeilen gemacht, sondern die Gefahren der mittlerweile erfolgten Gesetzesänderungen durch das Bundesteilhabegesetz und die Pflegereform überdeutlich gemacht. Während Dirk Bergen u.a. dank des Rückenwindes der Berichterstattung in der Presse mittlerweile etwas durchatmen kann, kürzt nun das Freiburger Sozialamt anderen behinderten Menschen die Leistungen bzw. hat diese befristet. Darüber berichtet die Badische Zeitung in einem aktuellen Bericht.
Das Freiburger Sozialamt hat dem Bericht zufolge zum 1. Januar Leistungen des 21jährigen Michael Fahrenz gestrichen, der progressive Muskeldystrophie Duchenne hat und auf 24 Stunden Assistenz angewiesen ist. Das Sozialamt begründet dies mit der geänderten Pflegeversicherung – doch statt der von der Politik zugesagten Verbesserung hätte das nach dem Bericht der Badischen Zeitung zur Folge, dass der 50-Jährige Vater, der Michael Fahrenz bereits umfassend unterstützt, sein Schuhmachergeschäft aufgeben muss. Denn das Sozialamt habe die Übernahme der Kosten für die Assistenzleistung des Freiburger Vereins AKBN überraschend beendet.
Was Dirk Bergen bereits befürchtet hat, dass auch andere behinderte Menschen unter massiven Druck des Freiburger Sozialamtes geraten werden, scheint nun einzutreten. Denn Michael und Ronny Fahrenz wären nicht die einzigen Kunden, die der Hilfsdienst verlöre. Je nachdem, wie das Freiburger Sozialamt in Einzelfällen entscheidet, könnten im März zehn weitere Kunden abspringen, die noch eine bis Ende Februar befristete Kostenzusage haben, hießt es im Bericht der Badischen Zeitung.
Dass das Freiburger Sozialamt kein Einzelfall ist, hat u.a. die Berichterstattung über die Verweigerung der Assistenzkosten für Familie Maubach im Landkreis Düren gezeigt und belegen einige der Redaktion bekannte behinderte Menschen, die aus Angst und Verunsicherung im Hinblick auf die anstehenden Verhandlungen mit den Sozialämtern ihren Namen nicht öffentlich nennen möchten und denen die laufenden Verträge zur Finanzierung der Assistenzkosten von den Sozialämtern gekündigt wurden.




