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Barrierefrei mit Berlins S-Bahn?

Ursula Lehmann
Ursula Lehmann
Foto: sch

BERLIN (KOBINET) Barrierefrei Reisen ist auch bei der Berliner S-Bahn Ziel der Deutschen Bahn. Doch mitunter verhindern defekte Aufzüge eine durchgehende Reisekette für Fahrgäste, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Die Bahn will durch den Einbau eines neuartigen Meldesystems namens ADAM die Verfügbarkeit der Aufzüge wesentlich transparenter gegenüber bisherigen Meldewegen darstellen und auswerten, um gegensteuern zu können, erfuhr Rollstuhlaktivistin Ursula Lehmann. Die Berlinerin fordert 100-prozentige Zuverlässigkeit gemäß der Fahrgastrechte und für jeden defekten Aufzug eine Alternative.

Die Berlinerin ist eingeladen, im ersten Quartal kommenden Jahres das neue Meldesystem kennenzulernen. Die Bahn will mindestens 97 Prozent Verfügbarkeit erreichen und dauerhaft halten. Die Entstörmannschaft bei ihrem Dienstleister soll insbesondere an den Wochenenden aufgestockt werden. Bei Neubauten wird künftig gemeinsam mit den Herstellern an robusteren Produkten gearbeitet. Im Berliner Raum, so erfuhr Ursula Lehmann, werde die Anlagenmodernisierung vorangetrieben. Über die BVG und andere Wege im Nahverkehr könnten diverse Alternativrouten angeboten werden.

Alternativen sind der springende Punkt für Ursula Lehmann, die seit Jahrzehnten für mehr Mobilität behinderter Menschen kämpft. "Wir fordern 100-prozentige Zuverlässigkeit gemäß der Fahrgastrechte, ohne faule Kompromisse", hatte sie am 20. September in einer Beschwerde an Bahnchef Rüdiger Grube wegen  zunehmender Aufzugsausfälle auf S-Bahnhöfen in Berlin geschrieben. "Es muss für jeden defekten Aufzug eine gleichberechtigte Alternative für mobilitätseingeschränkte Menschen angeboten werden, um zum Ziel zu kommen."

Das wäre ein Shuttle von A nach B auf der unterbrochenen Strecke. Das weiß die Bahn aus eigener Erfahrung ebenso wie Rollstuhlnutzer, die einen solchen Shuttle schon auf Kosten der Bahn in Anspruch nehmen konnten.