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Medientipp: Menschen hautnah: Für dumm erklärt

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Foto: WDR

KöLN (KOBINET) Elf Jahre lang ging Nenad M. auf eine Förderschule in Köln. Er galt als geistig behindert. Jetzt will der 19-Jährige das Land Nordrhein-Westfalen verklagen. Er will beweisen, dass die Diagnose der Experten falsch gewesen ist. So lautet die Ankündigung des Fernsehbeitrags, der am 20. Oktober von 22:40 - 23:25 Uhr im Fernsehprogramm des WDR in der Reihe Menschen hautnah ausgestrahlt wird.

"Es wäre die erste Klage dieser Art in Deutschland. Als Nenad M. eingeschult wurde, konnte er kein Deutsch. Er sprach nur Romanes, die Sprache der Roma. So wie seine Eltern, die vor Krieg und Elend aus Serbien nach Deutschland geflohen waren. Die Lehrer beauftragten Sonderpädagogen, den verängstigten Jungen, der in der Klasse kein Wort sagte, zu begutachten. Das Ergebnis: Nenad habe einen IQ von 59. Damit galt Nenad als geistig behindert. Er kam auf eine Förderschule für geistige Entwicklung", heißt es in der Ankündigung der Sendung.

"Auch Marcel L. aus Duisburg hatte Handicaps, als er eingeschult wurde. Er kam aus schwierigen sozialen Verhältnissen und hatte einen schweren Sprachfehler. So kam er zunächst auf eine Förderschule für schwer Erziehbare. Doch auch er schaffte es auf eine Regelschule - weil er einen Lehrer hatte, der sein Potenzial erkannte. Der ehemalige Förderschüler bereitet sich heute auf einer Gesamtschule auf das Abitur vor. Wie viele Schüler aber schaffen den Sprung von der Förderschule ins Regelschul-System? Ist Marcel ein Einzelfall? Verlässliche Statistiken hierzu gibt es nicht. Marcel gibt heute anderen Förderschülern Mut. Sie sollen an sich glauben, sich behaupten und für einen Schulwechsel kämpfen", so die Ankündigung für die zweite Person, die in der Sendung dargestellt wird.

Link zur Ankündigung der Sendung

Alex Ernst von den Kellerkindern aus Berlin freut sich darüber, dass das Thema in einem Filmbeitrag aufgegriffen wird. Vor kurzem hatte sie in einem Interview mit den kobinet-nachrichten aus eigener Erfahrung geschildert, wie schwer derartige Einschätzungen wiegen und wie schwierig es ist, wenn man nicht die richtigen Hilfen bekommt. (Link zum Interview mit Alex Ernst) "Zu gut kenne ich die Situation der beiden jungen Männer, was es heißt abgestempelt zu sein, ausgesondert und als hoffnungsloser Fall in den Mühlen des Schulsystems unter zu gehen, weil man dem Teufel persönlich (ob im Krieg oder in der Familie) begegnet ist. Ja ich hatte Handicaps als ich eingeschult wurde und im Laufe der Grunschulzeit, doch anstatt diese aufzufangen wurde ich ausgesondert. Ich habe es geschafft und eine Ausbildung gemacht. Die vermeintliche Lernbehinderung hängt aber wie eine Guillotine über mir", so Alex Ernst.