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Nachruf auf eine demokratische Sozialistin

Irene Müller
Irene Müller
Foto: Die Linke

UNBEKANNT (KOBINET) Irene Müller, die Sozial- und Behindertenpolitikerin der Linkspartei, ist tot. In einem Nachruf würdigte Ilja Seifert vom Parteivorstand der Linken das Wirken der vielseitig engagierten demokratischen Sozialistin: Ein Verlust für die Behindertenbewegung – insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern –, der schwer zu ersetzen ist. Ein Verlust für DIE LINKE – insbesondere die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) „Selbstbestimmte Behindertenpolitik" –, deren Wirken sie zwei Jahrzehnte lang maßgeblich mitbestimmte.

Im letzten Jahr war es – für uns – ruhiger um sie geworden. Von gesundheitlichen Problemen hörten wir. Da wollten wir sie nicht überbeanspruchen.

Jetzt ereilte uns vor einiger Zeit die Nachricht von ihrem Tod und wir wissen nicht, ob wir sie nicht vielleicht doch hin und wieder noch mal extra konsultieren, extra einladen, extra besuchen hätten sollen. Die Unsicherheit ist groß. So groß, wie die Lücke, die sie hinterläßt.

Irene war eine unserer Landtagsabgeordneten. Für die PDS, für DIE LINKE. Allein ihre Anwesenheit im Schweriner Schloß veränderte den Blick des gesamten Parlaments auf behindertenpolitische Fragen. Umso mehr noch ihre konkrete, praktische Arbeit. Innerhalb und außerhalb des Parlaments.

Im Integrationsförderrat und in der LAG Selbstbestimmt des Landes Mecklenburg-Vorpommern galt sie parteienübergreifend als Autorität. Desgleichen überblickte sie – von ihrer Blindheit geprägt, aber nicht beherrscht – behinderungsübergreifende Problemstellungen und fand allgemeingültige Lösungsvorschläge. Sie mußte „Inklusion" nicht erst mühsam lernen, sie lebte inklusiv.

Und auch bundesweit hinterließ sie kräftige Spuren. Daß sie unser BAG „Selbstbestimmte Behindertenpolitik" jahrelang mitprägte, ist schon gesagt. Aber sie gewann auch mehrfach das Vertrauen der Gesamtpartei, im Vorstand mitzuarbeiten. Dort wirkte die selbstbetroffene Selbstvertreterin als vielseitig engagierte demokratische Sozialistin.

Wir fanden eine zeitlang keine Worte. Es klingt uns noch immer fremd:

Irene Müller ist tot.