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Inklusive Schulen: Gewinn für Alle

Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Foto: MSAGD

MAINZ (KOBINET) "In Rheinland-Pfalz wurden die Angebote für den gemeinsamen Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen intensiv ausgebaut. Darüber freuen wir uns, denn so wird klar, dass Menschen mit Behinderungen von Anfang an dazu gehören. Niemand darf ausgeschlossen werden." Dies erklärten die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen Matthias Rösch gestern in Mainz bei der Veranstaltung "Inklusion ist machbar – Forschung und Praxis zu inklusiven Schulen in Rheinland-Pfalz".

Bei der Veranstaltung wurden der Dokumentarfilm "Jedes Kind ist einzigartig – Die inklusiven Schulen in Rheinland-Pfalz" von Dr. Paul Schwarz und das Forschungsprojekt "Gelingensbedingungen des gemeinsamen Unterrichts an Schwerpunktschulen in Rheinland-Pfalz (GeSchwind)" der Universität Koblenz-Landau vorgestellt. Der Landesbehindertenbeauftragte diskutierte gemeinsam mit dem Leiter des Inklusionsreferates im Bildungsministerium, Johannes Jung, den Autoren des Filmes und der Studie sowie Vertreterinnen und Vertretern von Schulen, von Verbänden von Menschen mit Behinderungen und aus dem Landesteilhabebeirat darüber, wie sich die Inklusion in den rheinland-pfälzischen Schulen weiter entwickelt hat.

"Mit dem Wahlrecht für Eltern von Kindern mit Behinderungen zwischen einer Förderschule und einer inklusiven Schwerpunktschule haben wir in Rheinland-Pfalz einen behutsamen und ausschließlich am Elternwillen orientierten Weg gewählt, Inklusion an Schulen umzusetzen. Dabei setzen wir auf gute Rahmenbedingungen und die Vorbereitung unserer Lehrkräfte und Schulen", sagte Johannes Jung, Leiter des Inklusionsreferates, in Vertretung von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. Dass die Zahl der Kinder, die mit Behinderungen eine allgemeine Schule besuchen, stetig steigt, sei ein Beleg für die hervorragende pädagogische Arbeit, die an diesen Schulen tagtäglich geleistet werde. "Individuelle Förderung gelingt an diesen Schulen vorbildlich und davon profitieren alle Schülerinnen und Schüler", so Johannes Jung.

"Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit dem Film und der Evaluation der Schwerpunktschulen haben wir gute Beispiele inklusiver Schulen und die Qualität der inklusiven Entwicklung an den Schulen in unserem Land vorgestellt. Die heutige Veranstaltung macht deutlich, dass Rheinland-Pfalz sich hier gut entwickelt hat. Diese Entwicklung ist nur mit dem Engagement aller Beteiligter, mit den Schulen, den Kommunen, den Eltern, den Verbänden des Landesteilhabebeirats, dem Bildungsministerium und vielen anderen möglich. Dafür bedanke ich mich herzlich und wünsche mir weiter diese intensive Unterstützung, denn die Weiterentwicklung eines inklusiven Schulsystems ist eine kontinuierliche gemeinsame Arbeit", betonte Matthias Rösch. In Zukunft ginge es darum, gemeinsame Schulangebote weiter in die Fläche zu tragen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung setzt sich für den weiteren bedarfsorientierten und wohnortnahen Ausbau des gemeinsamen Unterrichts ein. Seit 2002 ist landesweit schrittweise ein Netz von inzwischen 277 Schwerpunktschulen aufgebaut worden.