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DüSSELDORF (KOBINET)
DüSSELDORF (KOBINET) Während diejenigen, die früher als Kinder und Jugendliche Unrecht und Leid in Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien erfahren mussten, immer noch auf eine entsprechende Anerkennung und Hilfe warten, beginnt nächste Woche in Düsseldorf ein Prozess zu Misshandlungen von Kindern mit Autismus in einer Düsseldorfer Kinder- und Jugendeneinrichtung, die vor zehn Jahren begangen wurden.
„Sie sollen autistische Kinder in ihrer Obhut gequält haben: Fünf ehemalige Erzieher der Kinder- und Jugendeinrichtung Educon stehen deshalb ab 21. Juni vor Gericht – zehn Jahre, nachdem die angeklagten Misshandlungen begonnen haben sollen“, heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht in RP ONLINE. „Die Staatsanwaltschaft wirft elf früheren Mitarbeitern der Einrichtung Übergriffe auf Schutzbefohlene in der Zeit von Juli 2006 bis Ende Mai 2008 vor. Gegen die Leiterin zweier Wohngruppen und vier ihrer Mitarbeiter hat das Landgericht nun die Hauptverhandlung eröffnet. Laut Anklage sollen die Erzieher die aufgrund ihrer Erkrankung wehrlosen Kinder auf einen Stuhl gesetzt, sie dann samt Stuhl umgeworfen haben. Diese Prozedur – genannt Teppichrunde – sei über Stunden bis zu 50 Mal und oft bis zur völligen Erschöpfung des betroffenen Kindes wiederholt worden.“
Der nächste Woche anstehende Prozess und die jüngsten Vorkommnisse in bayerischen Behinderteneinrichtungen machen nach Ansicht der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) deutlich, wie wichtig ein offener Umgang mit Misshandlungen behinderter Menschen und der Ahndung der entsprechenden Straftaten ist. „Deshalb erwarten wir von den MinisterpräsidentInnen und der Kanzlerin, dass endlich auch ehemalige Heimkinder, die in Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien Unrecht und Leid erfahren mussten, gleichberechtigt zu anderen ehemaligen Heimkindern entschädigt werden“, erklärte die Geschäftsführerin der ISL, Dr. Sigrid Arnade, im Vorfeld des morgigen Treffens der MinisterpräsidentInnen mit der Kanzlerin.




