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Teilhabe weiterentwickeln

Ilse Müller
Ilse Müller
Foto: BDH

BONN (KOBINET) Im Ringen um ein besseres Teilhaberecht für behinderte Menschen ist die deutsche Politik aus Sicht des BDH Bundesverbands Rehabilitation vorläufig auf halbem Wege stecken geblieben. "Wir erwarten im Land des Wirtschaftswunders mehr als lediglich zaghafte Trippelschritte, wenn es um Teilhabefragen geht", erklärte heute dessen Bundesvorsitzende Ilse Müller.

„Wir begrüßen die Neuordnung der Wiedereingliederungshilfe und den Schritt, das Schonvermögen für Menschen mit Assistenz deutlich anzuheben. Dennoch bleibt die Teilhabe auch weiterhin eine gesellschaftliche Dauerbaustelle und Querschnittsaufgabe, die jeden angeht, gleich ob Handel, Arbeitswelt oder Politik. Gerade in der Arbeitswelt bestehen weiterhin extrem hohe Beschäftigungshürden", so Müller.

Es sei daher ein gutes Zeichen, dass politische Entscheidungsträger Teilhabefragen in den vergangenen Jahren auf allen Ebenen zumindest stärker beleuchten. "Das zögerliche Handeln, wenn es in medias res geht und der Finanzrahmen ausgelotet werden muss, darf die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für Teilhabefragen allerdings nicht länger ausbremsen. Eine passgenaue Teilhabe- und Sozialpolitik ist eine gut Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Sie ist der Kitt, der in Zeiten zunehmender wirtschaftlicher Ungleichheit so dringend benötigt wird", betonte Müller.

Der Anspruch der 10 Millionen behinderter Menschen auf Teilhabe gelte nicht erst seit der ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention, er sei eine Selbstverständlichkeit. "Nicht nur der öffentliche Raum muss barrierefreien Zugang zu sämtlichen relevanten Einrichtungen gewähren. Auch und vor allem die ökonomische Selbstbestimmung ist fundamentales Ziel der Teilhabepolitik, die, angefangen bei der Ausbildung und Berufswahl, bis hin zur Umgestaltung behindertengerechter Arbeitsplätze, das Wirtschaftsleben in Gänze durchdringen sollte", meint die BDH-Vorsitzende. Die gängige Praxis, dass sich Unternehmen von der Beschäftigungspflicht behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „freikaufen", müsse endlich ein Ende haben.