Werbung

Springe zum Inhalt

Video vom Trauermarsch in Stuttgart online

Trauermarsch endete vor dem Landessozialministerium
Trauermarsch endete vor dem Landessozialministerium
Foto: ZsL Stuttgart

STUTTGART (KOBINET) In Stuttgart trafen sich am Freitag Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen aus ganz Baden-Württemberg zu einem symbolischen Trauermarsch, um ihrer Trauer für die vertane Chance in Sachen Barrierefreiheit und über den schlechten Referentenentwurf für ein Bundesteilhabegesetz Ausdruck zu verleihen. Einen Film über die Aktion gibt es auf Youtube.

"Wir verabschieden uns von gleichberechtigter Teilhabe, von umfassender Barrierefreiheit und von der Vision eines guten Bundesteilhabegesetz", war auf der überdimensional großen Traueranzeige zu lesen. Vom Stuttgarter Marktplatz aus zog der Trauerzug über die Königstraße am Schloßplatz vorbei und endete schließlich am baden-württembergischen Sozialministerium. Nicht ohne Grund entschied man sich beim Stuttgarter Zentrum für selbstbestimmtes Leben (ZsL) bei der Anmeldung des Protestzugs für diesen als Ort der Schlusskundgebung mit Trauerrede und Kranzniederlegung. Das baden-württembergische Sozialministerium wird zukünftig durch den Grünen Manfred Lucha geführt, woran die behinderten AktivistInnen konkrete Erwartungen knüpfen: "Auf Bundesebene stellen sich die Grünen gegen den vorgelegten Entwurf des Bundesteilhabegesetzes“, sagte der Vorsitzende des ZsL Stuttgart und forderte die Landesregierung daher auf, über den Bundesrat Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen.

Zwei Vertreterinnen des Sozialministeriums stellten sich dem Anliegen der AktivistInnen und zeigten sich von der Aktion durchaus beeindruckt, schließlich habe der neue Sozialminister erst zwei Stunden vorher die Amtsgeschäfte übernommen. Das ZsL Stuttgart warb für ein gemeinsames Gespräch, auch darüber, wer künftig in Baden-Württemberg Landesbeauftragte/r für Menschen mit Behinderung wird. "Wir wollen, dass mit uns gesprochen wird, und nicht über uns", hieß es. Das ZsL Stuttgart kündigte an, das Gesetzgebungsverfahren zum Bundesteilhabegesetz auch weiterhin kritisch zu begleiten.

Ein Video der Aktion findet sich bei YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=OtD70Tj7CRc