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24 Wochen

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Foto: Brigitte Faber

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BERLIN (KOBINET)

BERLIN (KOBINET) "24 Wochen" von Anne Zohra Berrached ist der deutsche Beitrag im diesjährigen Berlinale-Wettbewerb. Astrid (Julia Jentsch) und Markus (Bjarne Mädel) sind eines dieser modernen Elternpaare, denen vieles zu gelingen scheint. Sie steht als Kabarettistin auf den angesagten Bühnen, er organisiert zu Hause und als ihr Manager.



Astrid ist zum zweiten Mal schwanger und bezieht ihre Schwangerschaft locker in ihre Bühnenauftritte mit ein. Als sie erfahren, dass ihr Kind nicht nur ein Junge sein wird, sondern das Downsyndrom hat, reagiert ihre neunjährige Tochter als einzige mit Abwehr. Sie besuchen gemeinsam die Schauspieler vom Theater RambaZamba und verlieren schnell die anfängliche Unsicherheit. Astrid und Markus freuen sich auf ihr Kind.

Doch dann ergibt eine weitere Untersuchung, dass ihr Kind einen schweren Herzfehler hat und schon in der ersten Lebenswoche operiert werden muss – mit offener Prognose. Mit jedem weiteren Detail, das sie über die Operation und mögliche lebenslange Folgen erfahren, bröckeln Leichtigkeit und Optimismus. Als dann auch noch jemand der Presse steckt, dass die berühmte Kabarettistin ein Kind mit Downsyndrom erwartet, fühlt sich Astrid von ihren eigenen und den fremden Erwartungen erdrückt.

Die Entscheidung für ein Kind ist eine individuelle, auch wenn sie nicht alleine zu treffen ist. „Kann ich das?“ „Schaffe ich das?“, diese Fragen hat sich wohl jede schwangere Frau, jedes Paar schon einmal gestellt. Verbindliche Netzwerke aus Freunden und Familie, die solche Zweifel mittragen, sind brüchiger geworden. Wer heute alle medizinischen Vorsorgeleistungen in Anspruch nimmt, wird früh unter Entscheidungsdruck gestellt.

„24 Wochen“ ist kein Film, dem man mit einer Rezension gerecht werden könnte. Filmisch hat er an vielen Stellen Schwächen (zu holzschnittartig sind die Figuren, zu abrupt die Schnitte und Motivwechsel; aber auch: sehr gut gespielt von Julia Jentsch und Bjarne Mädel). Aber er stellt viele richtige Fragen und mutet uns eine Debatte zu, die weitgehend auf die alten Klischees verzichtet. Kein Arzt rät mehr wie selbstverständlich zur Abtreibung, in der Beratungsstelle gibt es Flyer der Eltern-Selbsthilfe und Kontakt zu Menschen mit Downsyndrom. Und doch: Für manche Eltern wird das Gewicht zu schwer. Anne Zohra Berracheds Film zeigt uns, wie alleine sich eine Frau – in einer Zeit des formulierten Inklusionsanspruchs – immer noch mit der Entscheidung für ein Kind fühlt, das mit einer Behinderung auf die Welt kommen wird.