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MAINZ (KOBINET)
MAINZ (KOBINET) Mehr auf die besonderen Bedürfnisse von Gästen mit Behinderungen eingehen und somit mehr zur Barrierefreiheit beitragen, darauf einigten sich die Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und die Verbände der rheinland-pfälzischen Behindertenselbsthilfe in einer Zielvereinbarung. Bei einem Treffen der Partner wurde nun die Zielvereinbarung zur Barrierefreiheit aus dem Jahr 2010 um weitere fünf Jahre verlängert.
In der Zielvereinbarung sind beispielsweise die Beachtung von Barrierefreiheit nach den DIN-Normen beim Neu-, Um- und Ausbau von Jugendherbergen, die mögliche Bereitstellung von Pflegebetten, die Beachtung des Zwei-Sinne-Prinzips, wonach zwei der drei Sinne „Sehen“, „Hören“ bzw. „Tasten“ angesprochen werden müssen, das bedingungslose Mitführen von Blindenführhunden oder aber das Angebot seitens der Behindertenverbände, Schulungen zur Sensibilisierung des Personals durchzuführen festgelegt.
Nach einer Laufzeit von nunmehr fünf Jahren fand ein Treffen in der neugebauten Jugendherberge Leutesdorf (Kreis Neuwied) statt, bei dem die Vertragspartner eine positive Zwischenbilanz hinsichtlich der Umsetzung der vereinbarten Ziele und Maßnahmen zogen. Verbunden wurde die Verlängerung mit einem Rundgang durch die neu errichtete und an das ehemalige Kloster angeschlossene Jugendherberge in Leutesdorf.
„Eine Jugendherberge war schon immer ein Ort der Vielfalt und des Zusammentreffens. Umso mehr freut es uns, dass wir die Zusammenarbeit mit den Jugendherbergen im Land Rheinland-Pfalz fortsetzen werden und somit an die gemachten Erfolge in Sachen barrierefreie Gestaltung anknüpfen können. Barrierefreiheit verbessert die Teilhabemöglichkeiten nicht nur von Menschen mit Behinderungen, sie ist ein Mehrgewinn für uns alle“, erklärte Stephan Heym, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz, dem federführenden Dachverband bei den Verhandlungen und der Verlängerung der Zielvereinbarung.
Auch der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Matthias Rösch, begrüßte die Entwicklung der vergangenen Jahre und die Fortführung der Vereinbarung: „Die Verlängerung der Zielvereinbarung um weitere fünf Jahre ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des barrierefreien Tourismus und von barrierefreien Freizeitangeboten. Die Jugendherbergen sind ein vorbildhafter Partner für Inklusion und Angebotsvielfalt im Land. Die gute Zusammenarbeit mit den Verbänden der Menschen mit Behinderungen ist ein Erfolgsfaktor für die Umsetzung der Vereinbarung. Allerdings haben wir noch Aufgaben zu bewältigen, um mehr ältere Jugendherbergen auf einen modernen barrierefreien Stand zu bringen.“ Mit der Zielvereinbarung zur Barrierefreiheit seien die rheinland-pfälzischen Jugendherbergen bundesweit Vorreiter.
Beim gemeinsamen Rundgang durch die Jugendherberge Kloster Leutesdorf fiel vor allem die gelungene Anbindung des Neubaus an das alte Kloster auf. Letzt genanntes wird als Tagungsstätte genutzt. Die Räume sind mit schallreduzierenden Decken ausgestattet und barrierefrei erreichbar. In elf barrierefreien Zimmern haben Gäste mit Behinderungen ausreichend Platz und Komfort, um einen erholsamen Aufenthalt zu verbringen. Insgesamt fanden die meisten Punkte der Vereinbarung Berücksichtigung, so dass hier ein neues Angebot für alle in der Region entstand.




