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Jens Merkel nun Behindertenbeauftragter

Jens Merkel
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Foto: Jens Merkel

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GRIMMA (KOBINET)

GRIMMA (KOBINET) Vor kurzem wurde im Kreistag des Landkreises Leipzig ein neuer ehrenamtlicher Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen gewählt. Die Kreistagsabgeordneten entschieden sich mit 50 zu 31 Stimmen für Jens Merkel aus Grimma, der sich schon seit vielen Jahren für die Belange behinderter Menschen und vor allem von Menschen mit Assistenzbedarf stark macht.



Jens Merkel, der sich im Landkreis Leipzig auch bisher schon für die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einsetzte, gab für seine Amtszeit gleich zwei Motto aus. Zum einen: „Nichts über uns ohne uns.“ „Für mich bedeutet dies die umfassende Einbeziehung der Menschen mit Behinderungen als Expertinnen und Experten in eigener Sache.“ Und zum zweiten: „Ja zur Inklusion – auch im Landkreis Leipzig“.

Jens Merkel skizzierte auch schon einige Ideen. Als eine seiner Hauptaufgaben sieht er neben der Fortsetzung des Bewährten die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auch im Landkreis Leipzig endlich auf den Weg zu bringen. Vor allem die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen muss im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention vorangebracht werden. Menschen mit Behinderungen müssen beispielsweise auch in Entscheidungen der Landkreisverwaltung einbezogen werden. „Sieht man mal von dem berufenen Mitgliedern des Kreisbehindertenbeirates ab, geschieht das noch sehr wenig“, betont der Rollstuhlnutzer aus Grimma. Ebenfalls sieht Jens Merkel es als eine seiner Aufgaben, die Menschen mit und ohne Behinderungen, wie es die Inklusion beschreibt, mitzunehmen. Mitzunehmen auf den Weg für eine gerechtere, inklusive Umweltgestaltung im Landkreis Leipzig.

Weitere Aufgaben müssen nach Ansicht von Jens Merkel natürlich angegangen werden. Dazu zählen u.a.:

– Stärkung der Aufgabe des Behindertenbeauftragten als Bindeglied zwischen den Menschen mit Behinderungen, ihrer Vereine und Verbände auf der einen Seite und der Verwaltung des Landkreises auf der anderen Seite

– Stärkung und Verbesserung der Beratung der Verwaltung und des Kreistages hinsichtlich der Probleme der Menschen mit Behinderungen

– umfassende Barrierefreiheit

– mehr Mobilität für alle Menschen mit Behinderungen

– Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit und der Entscheidungsträger im Sinne des Artikel 8 der UN-Behindertenrechtskonvention für die Belange von Menschen mit Behinderungen

– Zusammenarbeit der Vereine und Verbände untereinander fördern

„Als neuer Behindertenbeauftragter des Landkreises Leipzig muss es uns allen gemeinsam gelingen, alle Menschen mit Behinderungen sowie ihre sie vertretenden Vereine und Verbände mit auf den Weg zu nehmen. Und ich lade bereits jetzt diese Menschen ein, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Hier muss es gelingen, und daran werde ich mich auch messen lassen, dass alle Vereine und Verbände der Behindertenselbsthilfe ihre Probleme schildern können, aber natürlich auch in die Pflicht genommen werden, sich an der inklusiven Gesellschaft im Landkreis Leipzig zu beteiligen. Aber ich denke auch an eine engere Zusammenarbeit mit den Kommunen des Landkreises. Denn auch die Kommunen haben Probleme, bei denen sie mindestens eine gewisse Unterstützung durch den Landkreis erfahren müssen. Als Beispiele sind hier die Gestaltung des Bahnhofes in Grimma oder auch das über den Freistaat Sachsen geförderte Programm für barrierefreies Bauen ‚Lieblingsplätze für alle‘ zu nennen“, so Jens Merkel.

Aber Jens Merkel möchte auch ein Stückchen moderner werden. So muss es zukünftig gelingen, die neuen Medien mehr und besser zu nutzen. Denn durch die eingeschränkte Mobilität vieler behinderter Menschen sind Computer oder Smartphone für diese Menschen oft eine der wenigen Möglichkeiten, Kontakt zur Außenwelt aufrecht zu erhalten. Dazu sollte die Internetpräsenz des Behindertenbeauftragten auf der Seite des Landratsamtes ausgebaut, aber auch zum Beispiel über die Nutzung von Sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Facebook, mindestens nachgedacht werden.