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BERLIN (KOBINET)
BERLIN (KOBINET) Ältere, schwerbehinderte Arbeitslose in Hartz IV sind nach einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes eine abgehängte Zielgruppe am Arbeitsmarkt. Sie sind häufiger arbeitslos und besonders von Langzeitarbeitslosigkeit und Hartz-IV-Bedürftigkeit bedroht. In 2014 wurden 68.000 schwerbehinderte Menschen von der Arbeitslosenversicherung betreut, aber 112.000 vom Hartz-IV-System. Recht auf Arbeit für behinderte Menschen statt leerer Versprechen forderte heute Corinna Rüffer, die Sprecherin für Behindertenpolitik der Grünen im Bundestag.
Für schwerbehinderte Menschen sind die Risiken am Arbeitsmarkt besonders hoch. Insbesondere im Hartz IV-System ist der Anteil älterer, schwerbehinderter Menschen in den letzten Jahren angestiegen – trotz relativ günstiger Arbeitsmarktlage und erhöhtem Fachkräftebedarf.“Der DGB zeigt, was lange bekannt ist: Behinderte Menschen finden sehr viel schlechter einen Arbeitsplatz als Menschen ohne Behinderungen. Dass sie unter den Langzeitarbeitslosen im Durchschnitt besser qualifiziert sind, hilft ihnen offenbar nicht. Sie finden trotz guter Ausbildung keinen Job“, so Corinna Rüffer. Die Bundesregierung habe bisher nichts Nennenswertes unternommen, „um daran etwas zu ändern – sie hangelt sich von Versprechen zu Versprechen. Das ist umso dramatischer, als parallel die Zahl derjenigen steigt, die aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt in eine Werkstatt für behinderte Menschen wechseln. Hier gibt es keine Perspektive auf ein finanzielles Auskommen jenseits der Grundsicherung.“
Andrea Nahles müsste die Schwerbehindertenvertretungen stärken – sie leisten einen wichtigen Beitrag in Betrieben, in denen behinderte Menschen arbeiten, meint die Abgeordnete aus Trier. „Sie müsste die Integrationsfirmen auf eine solide Finanzierungsbasis stellen – hier arbeiten schwerbehinderte Menschen in ganz normalen Firmen und zeigen jeden Tag, dass es möglich ist. Und sie müsste sich konsequent dafür stark machen, die Barrierefreiheit in den Betrieben zu erhöhen. Das würde die Schwelle senken, behinderte Menschen zu beschäftigen.“




