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Anonymisierte Bewerbungsverfahren bestehen weiteren Praxis-Test

Christine Lüders
Christine Lüders
Foto: ADS

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STUTTGART (KOBINET) Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, hat ein positives Fazit des Pilotprojekts "Anonymisierte Bewerbungsverfahren" des Landes Baden-Württemberg gezogen. "Das Verfahren hat damit einen weiteren Praxis-Test sehr gut bestanden", sagte Christine Lüders in Stuttgart.

Insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg hätten gezeigt, dass sie „keine Scheu vor innovativen Instrumenten zur Gewinnung von Spitzenpersonal haben“. Auf Initiative der baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney hatten sich im Jahr 2013 elf baden-württembergische Unternehmen und Verwaltungen an einem Modellprojekt zu anonymisierten Bewerbungsverfahren beteiligt. Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) Bonn befragte Bewerbende und Personalverantwortliche und hielt die Ergebnisse in einer wissenschaftlichen Studie fest. Insgesamt gingen 981 Bewerbungen ein, 354 Bewerbende wurden demnach zu einem Eignungstest eingeladen, 67 Personen erhielten ein Jobangebot bzw. einen Ausbildungsplatz.

Nach Angaben des IZA konnte auch in Baden-Württemberg nachgewiesen werden, dass anonymisierte Bewerbungsverfahren Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen. In einer Befragung wurde dies von Personalverantwortlichen und Bewerbenden gleichermaßen bestätigt. Darüber hinaus stieg die Qualität der Bewerbungen. Zudem sei der Personalauswahlprozess durch das Ausfüllen von standardisierten Bewerbungsbögen beschleunigt worden, da nur noch für die konkrete Stelle relevante Daten zur Qualifikation, Berufserfahrung und fachspezifischen Fortbildungen eingehen.

„Ich sehe darin überzeugende und belastbare Ergebnisse und beurteile dieses Pilotprojektes als sehr positiv“, sagte Christine Lüders. Für die Zukunft sieht die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle das anonymisierte Bewerbungsverfahren auf einem guten Weg. „In Berlin und in Rheinland-Pfalz laufen derzeit Pilotprojekte, auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben Testläufe angekündigt. Das zeigt: Anonymisierte Bewerbungsverfahren werden immer mehr als eine Alternative im Bewerbungsverfahren gesehen – weil hier das wichtigste zählt, was Bewerbende auszeichnet: Die Qualifikation.“