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Empowerment ganz praktisch

Gruppenbild mit dem Beauftragten
Gruppenbild mit dem Beauftragten
Foto: Peter Marx

ERFURT (KOBINET) Die TeilnehmerInnen der Empowerment Schulung "Stärker werden und etwas verändern!" waren am Wochenende in Erfurt bei ihrem ersten Schulungskurs nicht nur in der Theorie, sondern auch gleich ganz praktisch gefordert. Sie gestalteten eine Diskussionsveranstaltung mit dem Landesbehindertenbeauftragten von Thüringen Dr. Paul Brockhausen, der auch die Schirmherrschaft für die Schulung in Erfurt übernommen hat.

Nach der Auseinandersetzung mit dem Begriff des Empowerments, ihren Interessen, Stärken und Rollen und über die Entwicklung und Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention am Freitag und Samstagvormittag, wurde es am Samstagnachmittag bei der Schulung in Erfurt hektisch. Der thüringische Landesbehindertenbeauftragte Dr. Paul Brockhausen hatte zugesagt, den Schulungskurs zu besuchen und mit den TeilnehmerInnen über seine Arbeit und die aktuellen behindertenpolitischen Themen zu diskutieren. So galt es für die TeilnehmerInnen diese Veranstaltung gut vorzubereiten. Wer empfängt den Beauftragten, wer bietet ihm etwas zu trinken an, wie muss der Veranstaltungsraum hergerichtet werden und vor allem wer moderiert die Veranstaltung. Denn all diese Aufgaben waren den TeilnehmerInnen der Schulung zugeordnet worden. So sollten sich die TeilnehmerInnen auch im Vorfeld Fragen an den Beauftragten überlegen. Und dann noch die Frage, ob man ihm für seinen Einsatz am Wochenende ein kleines Präsent mit auf den Heimweg geben sollte. All dies musste in einer halben Stunde vor Veranstaltungsbeginn geregelt werden, es herrschte also volle Konzentration.

Kurz vor 15.00 Uhr ging es dann los. Der Beauftragte stieg aus dem Wagen, wurde zum Tagungsraum geleitet, so dass Jürgen Schmidt kurz vor der anvisierten Zeit mit der Moderation beginnen und den Landesbeauftragten begrüßen konnte. Unter seiner sicheren Leitung entspann sich eine spannende und intensive Diskussion, bei der Dr. Paul Brockhausen zuerst einmal die Arbeit und die Möglichkeiten des Landesbehindertenbeauftragten und seines Teams skizzierte. Dabei wurde deutlich, wie umfassend dieses Aufgabenfeld ist und dass es hierfür eine Menge an Expertise braucht. 280 Maßnahmen wurden in Thüringen in den Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aufgenommen, die es nun umzusetzen gelte.

Daran knüpften sich auch die Fragen der TeilnehmerInnen an. "Wie schaffen wir die schulische Inklusion und wie lange wird dies wohl noch dauern", so eine Frage der TeilnehmerInnen. Für Dr. Paul Brockhausen ist klar, dass es sich dabei um eine große Aufgabe handelt. Einiges sei schon auf dem Weg, die nächsten 20 Jahre würden wir aber sicher noch brauchen, um von einer wirklichen Inklusion auf breiter Ebene reden zu können. Themen wie Wohnen, Arbeit, Barrierefreiheit und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor Ort durften in der Diskussion natürlich nicht fehlen. Auf die Frage, wie die TeilnehmerInnen der Schulung den Landesbeauftragten unterstützen können, betonte Dr. Paul Brockhausen, dass ihm wichtig sei, dass er Rückmeldungen bekomme, was vor Ort laufe bzw. nicht laufe und dass man sich an sein Büro wenden könne, wenn es Probleme in Thüringen gibt.

Wie geplant, beendete Jürgen Schmidt die Diskussion um 16.00 Uhr, so dass noch Zeit für ein gemeinsames Gruppenbild mit dem Schirmherren der Schulung für behinderte Menschen aus Bayern, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt blieb. Nach einer Kaffeepause wurde die Diskussion ausgewertet mit dem Fazit, dass dies eine stolze Leistung der TeilnehmerInnen des Kurses bei einer solch kurzen Vorbereitungszeit war. Sowohl sie als auch hoffentlich auch der Landesbehindertenbeauftragten fühlten sich wohl und holten einiges aus der intensiven Diskussion heraus.

Dies bot eine gute Basis für die Entwicklung von eigenen Projekten zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die die TeilnehmerInnen der Empowerment-Schulung, die vom Bundesministerum für Arbeit und Soziales gefördert und von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) durchgeführt wird, in den nächsten Monaten vorantreiben werden. Denn eines wurde bei der Schulung klar. Es gibt noch viele Benachteiligungen behinderter Menschen und die UN-Behindertenrechtskonvention bietet einen guten Rahmen, um dagegen etwas zu tun. Hierbei können nicht nur die Bundes-, Landes- und die kommunalen Regierungen etwas tun, sondern auch behinderte Menschen selbst. So entstand am Sonntag zum Abschluss ein Aktionsplan von über 20 Maßnahmen, der nun die Grundlage für die noch folgenden drei Kurse bietet.

Die Ausschreibung der nächsten Empowerment Schulungen in Bremen für behinderte und chronisch kranke Menschen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen sowie für die Schulung in Erkner bei Berlin für behinderte und chronisch kranke Menschen aus Sachsen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat die ISL vor kurzem veröffentlicht.

Link zu den Ausschreibungen für die Empowerment Schulungen in Bremen und in Erkner

ERFURT (KOBINET) Kategorien Nachrichten

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdfhlos

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