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Barrierefreiheit wird Kriterium für Förderung von Museen

Wappen von Rheinland-Pfalz
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Foto: RLP

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MAINZ (KOBINET)

MAINZ (KOBINET) Barrierefreiheit wird bei der Förderung der Museen in Rheinland-Pfalz zukünftig ein wichtiges Kriterium. Dies teilt das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur mit.



240 rheinland-pfälzische Tourismusbetriebe wurden kürzlich mit dem neuen, deutschlandweit gültigen Zertifikat „Reisen für Alle – Barrierefreiheit geprüft“ ausgezeichnet. Sie haben spezielle Angebote entwickelt, damit Menschen, die zum Beispiel auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ihren Aufenthalt ohne Einschränkungen genießen können. Besucherinnen und Besucher mit einer Behinderung profitieren von dem Angebot ebenso wie ältere Menschen, Familien mit Kinderwagen oder Sportverletzte. Zu den zertifizierten Vorreitern für einen barrierefreien Tourismus gehören auch 31 Museen und museale Einrichtungen in Rheinland-Pfalzl. „Sie unterstützen Besucherinnen und Besucher, deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, bereits mit Informationen über den barrierefreien Weg ins und im Museum und leisten im Kultur- und Bildungsbereich einen wichtigen Beitrag“, erklärte die rheinland-pfälzische Kulturministerin Doris Ahnen. „Darüber hinaus wollen wir aber auch blinden und sehbehinderten Menschen, Hörbehinderten und jenen, die mit komplexeren Texten Schwierigkeiten haben, ermöglichen, Ausstellungen möglichst umfassend zu erleben.“

Das rheinland-pfälzische Kulturministerium hat deshalb in Abstimmung mit dem Museumsverband Rheinland-Pfalz beschlossen, bei der Förderung von Museen den bisherigen Förderschwerpunkt „Besucherorientierung“ um den Aspekt Barrierefreiheit zu erweitern. Hierbei sollen die Bereiche Bewegen, Sehen, Hören und Verstehen in gleicher Weise berücksichtigt werden. „Wir wollen Museen und deren Träger dazu motivieren, Menschen auf vielfältige Weise den Zugang zu Kunst, Kultur und Geschichte unseres Landes zu ermöglichen“, so Doris Ahnen weiter.

Ein Leitsystem, das dem Informationsbedürfnis von Menschen mit verschiedenen Einschränkungen entgegenkommt, findet sich etwa im Landesmuseum Mainz. Multimediaguides sind hier mit mehreren Zusatzfunktionen ausgestattet. Darstellerinnen und Darsteller geben Texte zur jeweiligen Ausstellung in Gebärdensprache wieder. Besucherinnen und Besucher können ferner eine Führung mit akustischen Bildbeschreibungen anwählen. Entwickelt wurden auch Folientastbücher und Riechstationen, die bei einem Museumsbesuch den Tast- und Geruchssinn fordern. Vorstellbar ist auch, dass Museen Texte zu einer Ausstellung in Leichter Sprache vorhalten, um so gezielt Menschen mit Lerneinschränkungen oder geringen Deutschkenntnissen sowie Leseanfängerinnen und -anfänger aller Altersstufen anzusprechen.

Der rheinland-pfälzische Museumsverband, der seit einigen Jahren kontinuierlich Fortbildungen zum Thema Barrierefreiheit anbietet, plant, das unter www.museen.rlp.de abrufbare Verzeichnis der Museen in Rheinland-Pfalz systematisch um Angaben zur Barrierefreiheit zu erweitern.