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Stephan Lorent hat die Bühne verlassen

Stephan Lorent
Stephan Lorent
Foto: omp

BERLIN (KOBINET) Schon wieder hat die Behindertenbewegung einen ihrer langjährigen Streiter für die Gleichstellung und Selbstbestimmung behinderter Menschen verloren. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag verstarb Stephan Lorent. Er war nicht nur in der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Linken aktiv, sondern hat die Sommercamps der letzten Jahre in Duderstadt maßgeblich mitgeprägt.

"Voll Trauer müssen wir als Sprecherrat der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Linken den Tod unseres Mitstreiters und Koordinators Stephan Lorent bekannt geben. Er starb in der Nacht auf Freitag an den Folgen einer Krebserkrankung. Wir verlieren mit Stephan einen engagierten Genossen, der jahrzehntelang für eine gerechte Gesellschaft stritt und Eindruck hinterließ, wo immer er auftrat. Selbst Contergan-geschädigt, setzte er sich besonders für das Recht von Menschen mit Behinderungen auf volle Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft und auf Selbstbestimmung ein. Stephan war Initiator und Mitgründer der baden-württembergischen Landesarbeitsgemeinschaft Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Linken und aktiver Mitgestalter unserer Bundesarbeitsgemeinschaft. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und die Gedanken an ihn als Ansporn verstehen, in seinem Sinn weiterzustreiten. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen", schrieben Sonja Kemnitz und Maik Nothnagel vom SprecherInnenrat der BAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Partei DIE LINKE an die kobinet-nachrichten.

Diejenigen, die Stephan Lorent in den letzten Jahren beim Sommercamp für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen erlebt haben, behalten Stephan Lorent als engagierten, witzigen und ausdrucksstarken Freund in Erinnerung. Besonders beim Tischfußball entwickelte er zuweilen Energien, die ihn meist ins Finale des Turniers beim Sommercamp brachten. Stephan Lorent, der auf Persönliche Assistenz angewiesen war und viele Jahre in Tübingen gelebt hat, hat sich stets über Ungerechtigkeit wie die Anrechnung des Einkommens und Vermögens für Menschen, die Assistenz benötigen aufgeregt. Hatte er einmal ein Mikrofon in der Hand, war es nicht einfach, es von ihm wieder zurück zu bekommen. Nun hat Stephan Lorent die Bühne verlassen. Seine Energie und seine Lebensfreude wird vielen in Erinnerung bleiben und Ansporn sein, sich für die Rechte behinderter Menschen stark zu machen.